Bundesliga

Wie Hertha mit der Schlägerei in Moabit umgeht

Nach wüsten Prügeleien in der Beusselstraße nimmt die Polizei 96 Fußballfans fest. Debatte über steigende Gewalt.

Die Polizei nimmt randalierende Fußballfans fest

Die Polizei nimmt randalierende Fußballfans fest

Foto: Gandzior

Berlin.  In der Hauptstadt bestätigte sich ein unguter Trend, der seit Längerem in der Fußball-Bundesliga zu beobachten ist. Weil die Partie zwischen Hertha BSC und Eintracht Frankfurt als Risikospiel eingestuft worden war und im Olympiastadion eine komplette Fantrennung samt hoher Polizeipräsenz herrschte, passierte dort nichts. Stattdessen gab es schwere Auseinandersetzungen in Moabit zwischen Eintracht- und Hertha-Anhängern mit wüsten Schlägerein auf der Beusselstrasse sowie benachbarten Straßen. Die Polizei war mit zwei Hundertschaften dort.

Unterstützt wurden sie von Beamten der Bundespolizei. Sechs Personen, darunter ein Schwerverletzter, mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Die Polizei nahm 96 Personen fest. Davon stammen 73 aus Hessen. Sie wurden zu einem zentralen Treffpunkt in Charlottenburg geleitet. Gegen alle Beteiligten wurden Platzverweise ausgesprochen. Hertha verweigerte den Frank­furter Fans auf Anraten der Polizei den Einlass ins Olympiastadion.

Fantrennung im Olympiastadion

Auch die Ausschreitungen Anfang Februar von Dortmunder Chaoten gegen Leipziger Fans geschahen nicht im Stadion, sondern bei der Anreise der Gäste-Anhänger. Thomas E. Herrich aus der Geschäftsleitung von Hertha sagte: „Im Olympiastadion gab es so gut wie keine Vorfälle. Solche Vorkommnisse passieren jetzt verstärkt bei der An- und Abreise.“ Die Vereine registrieren mit Sorge, so Herrich, dass „die Hemmschwelle zur Gewalt immer mehr sinkt“.

Noch offen ist der Anlass für die Auseinandersetzungen. So hieß es zunächst, dass es im Internet Verabredungen zu einer gemeinsamen Schlägerei gegeben habe. Dem Vernehmen nach trafen allerdings sehr viele Frankfurter auf wenige Herthaner. Das sowie die hohe Zahl an festgenommen Eintracht-Fans stützt die These, dass der Treffpunkt einer Hertha-Ultra-Gruppe von Eintracht-Hooligans überfallen wurde.

„Ich fordere ein lebenslanges Stadionverbot für alle Identifizierten, die an den Vorfällen in Moabit beteiligt waren“, sagte der innenpolitische Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, Burkard Dregger. Er werde beantragen, dass die Fanbeauftragten beider Vereine in den Innenausschusses geladen werden.