Zweite Liga

Union hat am Mittelmeer die Aufstiegsplätze im Blick

Union-Trainer Keller sucht im Trainingslager in Spanien die richtige Balance für den Aufstieg.

Unions Trainer Jens Keller freut sich auf die Bedingungen im Trainingslager  im spanischen Oliva Nova

Unions Trainer Jens Keller freut sich auf die Bedingungen im Trainingslager im spanischen Oliva Nova

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin.  Der Zeitpunkt, um in den Süden Europas auszuweichen, könnte kaum besser sein. Denn während Berlin bei Minus-Graden bibbert und der Schnee die Bespielbarkeit der Fußballplätze auch nicht gerade verbessert, hat Zweitligist 1. FC Union ab Montag im spanischen Oliva Nova zehn Tage beste Bedingungen praktisch vor der Haustür. Temperaturen um die 15 Grad, Sonnenschein und Plätze in bestem Zustand – so lässt es sich trefflich auf die wichtigste Rückrunde der Vereinsgeschichte vorbereiten.

Jens Keller, Unions Trainer, machte mit nur wenigen Worten deutlich, worum es in der zweiten Hälfte der bislang besten Zweitliga-Saison der Köpenicker geht. „Wir sind nicht so weit weg. Vier Punkte ist nicht so schwer in 17 Spielen aufzuholen“, sagte der 46-Jährige. Soll heißen: Der Tabellenfünfte hat an der Mittelmeerküste in jeder Einheit den Angriff auf die beiden Aufstiegsplätze im Blick. Und damit natürlich auch die Bundesliga.

Auf die Berliner warten insgesamt 15 Trainingseinheiten, die erste schon am Montagnachmittag nach der Ankunft. Dazu kommen die beiden Testspiele gegen den Ligakonkurrenten 1. FC Heidenheim am 11. Januar sowie den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden fünf Tage später. Zwei Partien, die nach der Absage des ersten Tests gegen den SV Babelsberg 03 noch an Bedeutung gewonnen haben. Die Begegnung gegen den Drittligisten war für vergangenen Sonnabend geplant, fiel allerdings dem Winter zum Opfer. Nicht mit nach Spanien reisen Dennis Daube (Schulterverletzung), Maximilian Thiel und Benjamin Köhler (beide muskuläre Probleme). Für den Rest gilt, so schnell wie möglich jene Automatismen wieder zu verinnerlichen, die Union in der ersten Saisonhälfte in die Spitzengruppe der Liga gebracht haben. Darüber hinaus soll die richtige Balance innerhalb der Elf gefunden werden.

In der Anfangsphase der Spielzeit zeichneten sich die Köpenicker vor allem durch ihre Offensivstärke aus. Nach sieben Spieltagen hatte Union mit 16 Treffern den besten Angriff der Liga. Dafür gab es in der Defensive einige Probleme. Ab Mitte der Hinrunde konnten diese abgestellt werden. Doch weil die gesamte Mannschaft ihr Abwehrverhalten veränderte, wurden die eigenen Torjubel weniger. „Eigentlich muss beides gleichzeitig gehen“, sagte Keller. Ein treffsichere Offensive, gestützt von effektivem Abwehrverhalten – Kellers Schlüssel, um oben voll angreifen zu können.

Dass er die beiden Bundesliga-Absteiger Hannover 96 und den VfB Stuttgart – aktuell Zweiter und Dritter hinter Spitzenreiter Eintracht Braunschweig – weiter als Top-Kandidaten für den direkten Aufstieg sieht, ist nicht nur der besseren Qualität der Kader geschuldet. Es soll auch den Druck von seiner Mannschaft nehmen. „Wenn wir unsere Leistungen bringen, werden wir bis zum Schluss oben dabei sein“, hofft Keller, dass der Abflug nach Spanien in einen Höhenflug in der Liga mündet.