London

Jetzt schwärmt sogar Mourinho von Mkhitaryan

Ex-Dortmunder wird mit Tor des Jahres zum Hoffnungsträger

London.  Er hatte sich verschätzt. Und er stand hauchdünn im Abseits. Doch das alles hinderte Henrikh Mkhitaryan (27) nicht daran, das vielleicht spektakulärste Tor des Jahres zu schießen. Während er nach vorne fiel, traf der armenische Angreifer von Manchester United den Ball hinter seinem Rücken perfekt mit der Hacke und erzielte am sogenannten „Boxing Day“ aus sechs Metern das 3:1 gegen den AFC Sunderland. „Das war das schönste Tor meines Lebens“, sagte Mkhitaryan, der eigentlich erwartet hatte, dass die Flanke von Zlatan Ibrahimovic vor ihm landet. „Das Einzige, was ich machen konnte, war, die Hacke zu nehmen – und es hat geklappt“, freute sich der Torschütze.

José Mourinho staunte über so viel Eleganz und Akrobatik. „Das war phänomenal“, sagte der United-Trainer, ehe er fast philosophisch wurde. Schönheit sei im Fußball – wenn sie möglich ist – ein wichtiger Bestandteil, meinte das Enfant terrible unter den Trainern.

Beide, Mkhitaryan und Mourinho, hoffen auf eine Signalwirkung des Treffers. „Das war ein sehr wichtiges Tor für ihn“, sagte der Coach, „ich bin sehr glücklich, dass er nach seiner Verletzung so zurückgekommen ist.“ Bislang war Mkhitaryan, der im Sommer für 42 Millionen Euro von Dortmund auf die Insel gewechselt war, weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Wegen einer Muskelzerrung fiel er im September und Oktober aus und fand auch danach kaum Berücksichtigung. In überschaubaren acht Premier-League-Partien stand er nur dreimal in der Startelf des Tabellensechsten – Mourinho zählte ihn bereits öffentlich an.

Nun scheint Mkhitaryan zunehmend angekommen, sein Traumtor war der vorläufige Höhepunkt seiner Comeback-Story. Die „Sun“ feierten ihn als „Flickitaryan“, der „Guardian“ schwärmte von „Mkhitaryans Magie“. Ob er Sonnabend gegen Aufsteiger Middlesbrough nachlegen kann, muss sich zeigen. Eine Nominierung zum „Tor des Jahres“ gilt jedoch als sicher.