Fußball

Die 11 kuriosesten Fußballgeschichten des Jahres

Elfmeter-Weltrekord, absurde Trikot-Panne, Schiri-Heiratsantrag: Das Fußball-Jahr hatte mehr zu bieten als Meistertitel und Pokalsiege.

Mulgheta Russom zeigt der Nation einmal, wozu ein blinder Fußballer fähig ist und trifft im „Sportstudio“ die Torwand

Mulgheta Russom zeigt der Nation einmal, wozu ein blinder Fußballer fähig ist und trifft im „Sportstudio“ die Torwand

Foto: Youtube

Berlin.  Das Fußball-Jahr 2016 hatte viel mehr zu bieten als nur Meistertitel, Pokalsiege, Auf- und Abstiege. Es gab einen Elfmeter-Weltrekord, eine seltene Trikotpanne und einen Heiratsantrag für die Linienrichterin. Hier ein Blick auf die elf kuriosesten Geschichten.

1. Blinder Fußballspieler trifft Torwand im ZDF-"Sportstudio"

An der Torwand im ZDF-„Sportstudio“ tritt Mulgheta Russom gegen Eishockey-Nationalspieler Leon Draisaitl an. Russom gewinnt 1:0. An sich nicht so spektakulär, denn er spielt Fußball beim MTV Stuttgart und hat schon über 40 Länderspiele absolviert. Doch Russom ist blind. Er nutzt einen mit einer Rassel ausgestatteten Ball, Blindenfußball-Bundestrainer Ulrich Pfisterer gibt mit „Hier“-Rufen die Richtung vor. Russom tastet sich in den ersten Versuchen unten schon nah ans Ziel ran. Und versenkt den Ball schließlich oben links. „Ist das geil“, kommentiert Moderator Sven Voss beeindruckt.

2. Tschechisches Elfmeterschießen geht 22:21 aus

In Tschechien werden von der 3. Liga abwärts Ligaspiele bei Unentschieden im Elfmeterschießen entschieden. Der Sieger bekommt einen Extrapunkt. Das kann manchmal dauern. 3:3 heißt es zunächst zwischen den Fünftligisten FC Frystak und SK Batov. Bühne frei für die Elfmeter. Viele Elfmeter. Beim Stand von 4:4, 11:11 und 14:14 vergibt Frystak die Chance zum Sieg. In der 26. Runde jagt Frystaks Jan Hrebacka den Ball über die Latte, Batov gewinnt 22:21. Insgesamt 52 Schüsse bedeuten Weltrekord. Vorwürfe an Fehlschütze Hrebacka gibt es nicht. Alle sind froh, endlich nach Hause zu können.

3. Kreisliga-Spiel endet 8:8 nach 0:7-Führung

Türkiyemspor Mönchengladbach II kommt in der Kreisliga C gegen den SV Wickrathberg II zunächst nicht ins Spiel – 0:7 nach 37 Minuten. Anschließend wird es verrückt auf der Sportanlage an der Schlachthofstraße. Türkiyemspor schießt acht Tore am Stück, das 8:7 fällt in der Nachspielzeit. Schlusspointe: Die Gäste gleichen noch aus.

4. Torschütze stürmt Tribüne und feiert auf Klappsitz

Soeben hat Mehmed Dresevic beim 6:1-Sieg von Norrby IF gegen Tvaakers IF in der dritten schwedischen Liga sein drittes Tor erzielt. Dresevic ist mit sich zufrieden. Er stürmt auf die Tribüne, nimmt auf einem Klappsitz Platz und beklatscht sich selbst. Mehrere Fans kommen dazu und freuen sich mit. Nicht gar so erfreut ist der Schiedsrichter, der dem Dreifach-Torschützen nach dessen Rückkehr auf den Rasen für die Jubel-Einlage humorlos Gelb-Rot zeigt.

5. Salzburg-Profi läuft in Leipzig-Trikot auf

Abwehrspieler Andreas Ulmer trägt für gewöhnlich das Trikot von RB Salzburg. Schließlich steht er dort unter Vertrag. In der Halbzeit der Champions-League-Qualifikation gegen FK Liepaja (Lettland/Endergebnis 1:0) geht jedoch etwas schief. Ulmer wechselt seine Oberbekleidung – und läuft versehentlich im Trikot von Schwesterklub RB Leipzig auf, das bis auf das Logo weitgehend gleich aussieht. Hinten steht sogar sein Name drauf. Salzburgs Erklärung: fehlerhafte Lieferung des Herstellers.

6. Dem Schiedsrichter stinkt's zu sehr

Die Mannschaften vom MTV Hesedorf und TuS Nieder-Ochtenhausen sind da. Der Schiedsrichter ist auch anwesend. Doch er geht gleich wieder. Der Heimverein schreibt bei Facebook, dass es dem Schiri auf dem von Weidenflächen umgebenden Platz „zu stark nach Gülle stank“. Das Kreisklasse-Spiel in der Nähe von Bremerhaven kann dennoch stattfinden, da ein Ersatzschiedsrichter herbeigeholt wird, den der Geruch nicht stört. Die Begegnung selbst ist weniger aufregend als das Drumherum – 0:0.

7. Chaos-Spiel mit verletztem Unparteiischen, Flutlicht-Ausfall und Flitzer

Pünktlich um 21.05 Uhr beginnt die Partie in der Qualifikation zur Europa League zwischen Admira Wacker Mödling (Österreich) und den Tschechen von Slovan Liberec. Bis zur Halbzeit gibt es keine besonderen Ereignisse. Dann muss der türkische Unparteiische Halis Özkahya wegen einer Wadenverletzung ausgetauscht werden. Danach fällt dreimal das Flutlicht aus. Am Ende stürmt ein Flitzer auf den Rasen. Es geht schon stramm auf Mitternacht, als die Chaos-Partie beim Stand von 1:2 nach dann doch noch absolvierten 90 Minuten abgepfiffen wird.

8. Buffon gibt Autogramm während des Spiels

Während des WM-Qualifikationsspiels zwischen Liechtenstein und Italien rennt ein Fan auf den Platz. Zu einer interessant gestalteten Wintermütze trägt er unter anderem eine Art Leggings in den italienischen Farben. Er läuft direkt in den Strafraum zu Torwart Gianluigi Buffon. Dieser hat in der einseitigen Partie (Italien gewinnt 4:0) wenig zu tun und nimmt sich im laufenden Spiel satte 20 Sekunden Zeit. Buffon unterschreibt in aller Ruhe auf dem Shirt des Fans. Immer wieder prüfend, ob sich das Spiel vielleicht in Richtung seines Tores verlagert. Tut es nicht. Ordner greifen erst ein, als der Anhänger das Feld verlässt.

9. Heiratsantrag vor dem Anpfiff

Petra Lepackova ist Schiedsrichterin, Lubomir Vajdecka Fünftligakicker beim FK Nizna (Slowakei). Beide sind seit Jahren ein Paar. Die Ansetzung will es, dass die 20-Jährige bei Vajdeckas Spiel gegen Tatran Chlebnice (3:1) Linienrichterin sein wird. Beim Händeschütteln vor dem Anpfiff fällt Vajdecka auf die Knie und fragt, ob sie ihn heiraten möchte. Petra Lepackova ist völlig überrascht, sagt – mit der Fahne in der Hand – „ja“. Ihre Schiri-Kollegen, Teams und Zuschauer sind begeistert.

10. Kreisligist erfindet Autounfall

Beim SV Inzlingen geht etwa eine halbe Stunde vor dem geplanten Anpfiff ein Anruf ein. Der SV Liel-Niedereggenen möchte die anstehende Kreisliga-B-Partie in der Nähe von Lörrach absagen. Grund: ein Autounfall auf der Anreise. Inzlingen stimmt sofort zu, wundert sich aber, dass auch sonst niemand vom Gegner eintrifft. Die Gastgeber haken nach, das Kartenhaus bricht zusammen. Der Unfall war wegen Spielermangels erfunden worden. Der zuständige Verband verhängt eine Geldstrafe in unbekannter Höhe. Dazu entschuldigt sich Liel-Niedereggenen mit einem Kasten Bier beim SV Inzlingen.

11. Bienen führen zu Spielabbruch

Ein Fußballspiel dauert zehn Minuten. Jedenfalls, wenn die falschen Gäste anrücken. Oder besser gesagt: anfliegen. Während der Erstligapartie zwischen SD Aucas und CD River Plate Ecuador suchen aggressive Bienen das Stadion in Guayaquil heim und attackieren Spieler und Fans. Auch ein eilig herbeigerufener Imker in voller Montur ist machtlos – das Spiel wird abgebrochen. Einen Tag später kann gespielt werden. Ohne Bienen. Aucas siegt 3:0.