Wolfsburg

Draxler im Winter weg, Wolfsburg vor großem Umbruch

Gomez fordert: „Wer gehen will, der soll gehen“

Wolfsburg. Mehr machen, weniger reden. Das ist es doch, was man von einem Fußball-Profi erwartet, wenn es nicht läuft. Am Ende kann es dann aber auch so kommen, dass das, was einer tut, am meisten aussagt.

Julian Draxler ließ sich nach dem schwer erkämpften 1:0 (1:0) des VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt am Sonnabend zwar noch die Umarmung von seinem Trainer Valerien Ismael gefallen. Doch danach ging der 23-Jährige direkt in die Kabine, während seine Mannschaftskollegen den Sieg feierten. Die Aktion stand sinnbildlich für Draxlers Haltung: Nichts wie weg hier! Mario Gomez weint Draxler offenbar keine Träne hinterher: „Wer weg will, der soll gehen. Das hätte schon im Sommer geregelt werden sollen“, sagte der Nationalstürmer und kritisierte damit deutlich ein Versäumnis von Ex-Manager Klaus Allofs.

In der ersten Partie nach der Trennung von Allofs spielte der eine Woche zuvor gegen Rekordmeister Bayern München (0:5) noch aussortierte Draxler zwar nicht wie ausgewechselt, aber immerhin engagiert. Seine Torvorlage zum Siegtreffer von Jeffrey Bruma (33.) nach einer Ecke war erst Draxlers erste direkte Torbeteiligung in dieser Saison.

„Im Gespräch hat er mir gesagt, dass er bereit ist, ein anderes Bild von sich abzugeben“, begründete Ismael Draxlers Begnadigung. Auf die Frage eines Journalisten, ob Draxler weniger motiviert gewesen sei, als Allofs noch in der Verantwortung stand, ergänzte Ismael vielsagend: „Das ist eure Spekulation.“

Huddersfields Wagner als neuer Trainer im Gespräch

Draxler hat beim VfL dennoch keine Zukunft mehr, das letzte Spiel vor der Winterpause am Dienstag (20 Uhr/Sky) in Mönchengladbach wird seine Abschiedsvorstellung. Danach darf er gehen, wenn ein Klub 30 Millionen Euro bietet. Der FC Arsenal, Paris St. Germain, Juventus Turin und der FC Sevilla sollen Interesse zeigen. Auch bei Interimscoach Ismael stehen die Zeichen eher auf Trennung: Laut „Kicker“ ist David Wagner, derzeit Teammanager beim englischen Zweitligisten Huddersfield Town, der Topkandidat für die VfL-Bosse. Torjäger Gomez sprach sich zwar für einen Verbleib von Ismael aus. Doch nur ein überzeugender Sieg in Gladbach könnte Ismael noch auf dem Trainerstuhl halten.