Berlin

Doping: Verliert Russland jetzt auch die Fußball-WM?

Berlin. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) haben sich positiv zur Entscheidung geäußert, Russland die Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften in Sotschi im Februar zu entziehen. Das IOC begrüße die Maßnahme des Weltverbandes IBSF, „die voll und ganz mit den Empfehlungen der IOC-Exekutive übereinstimmt“, so ein Sprecher. DOSB-Vorstandschef Michael Vesper geht davon aus, „dass auch andere betroffene Weltverbände ihre in Russland geplanten Veranstaltungen überdenken. Dabei ist das Wichtigste, die Vorwürfe aus dem McLaren-Bericht jetzt zeitnah in sauberen und transparenten Verfahren aufzuarbeiten“. Mehr als 1000 russische Sportler sind nach Ermittlungen der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada Teil einer großangelegten staatlichen Dopingpolitik gewesen.

Auch die Bundestags-Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag hält das Vorgehen für richtig. Es sei ein „starkes Signal“, sagte die SPD-Politikerin. Die CDU beantragte sogar eine Anhörung im Bundestag zum Thema.

Ob andere Verbände auch so mutig und entschieden reagieren ist fraglich, neben Wintersport-Weltcups stehen ja auch Formel 1 und Fußball mit Confed-Cup und WM 2018 in Russland an. Die meisten Funktionäre werden wohl lieber erst schauen, wie viele Fälle im Wada-Report sich auf ihren Sport beziehen und wie die Schadenersatzforderungen durch Russland verlaufen, die russische Politiker sofort ins Gespräch brachten.

Im Fußball geht es um das meiste Geld, auch deswegen rücken Fifa und Uefa bislang nicht von Council-Mitglied Witali Mutko ab. Dabei soll der OK-Chef der WM 2018, einst Sportminister und heute Vize-Premier, die Vertuschung einer Dopingprobe von mindestens einem Fußballer veranlasst haben.