Reitsport

Lauras Stern soll endlich aufgehen

Springreiterin Laura Strehmel will sich bei bei der Hippologica in Berlin und beim Turnier in Neustadt/Dosse für höhere Weihen empfehlen.

Laura Strehmel wurde in Neustadt (Dosse) Berlin-Brandenburgische Meisterin

Laura Strehmel wurde in Neustadt (Dosse) Berlin-Brandenburgische Meisterin

Foto: ACP Andreas Pantel

Berlin.  Viel Zeit zur Erholung bleibt ihr nicht: Springreiterin Laura Strehmel wird bei der Hippologica in Berlin ab Donnerstag gleich in zwei Wettbewerben antreten. Und es kann durchaus passieren, dass sie beim Masters-Springen letztlich besser da steht als auf der Jugend-Tour. Denn dort vertraut sie auf ihre beiden breitsportesten Turnierpferde, Arctos und Lavinia, während im Nachwuchsspringen zwei weniger erfahrene Pferde zum Einsatz kommen werden, Alicia und Courtney B. „Gut möglich, dass ich damit dort sogar schlechter abschneide“, sagt sie, doch das nimmt Strehmel in Kauf. „Jedes Turnier dient vor allem der Entwicklung der Pferde.“

Umzug nach Warendorf macht sich bezahlt

Die Hippologica in den Messehallen am Funkturm ist in erster Linie eine Messe rund ums Thema Pferd (Eintritt 12 Euro, ermäßigt 9 Euro), doch mit insgesamt 20 Reitsportprüfungen zugleich Berlins größtes Hallenreitturnier. Die Teilnahme verbindet Laura Strehmel mit einem Kurzurlaub in der Heimat. Reiten gelernt hat sie auf dem Brandenburgischen Haupt- und Landesgestüt in Neustadt/Dosse. Dort wurden die Grundlagen geschaffen für Erfolge wie den Gewinn der Bronzemedaille mit der Mannschaft bei der Junioren-EM 2014 oder ihren jüngsten Landesmeistertitel der Berlin-Brandenburger Springreiter. Seit Anfang des Jahres lebt und trainiert die 20-Jährige als Sportsoldatin am Bundesleistungszentrum in Warendorf.

Das Münsterland ist eine Reiterregion, nirgendwo ist der Stellenwert des Sports so groß wie dort. Die Konkurrenz ist enorm, selbst lokale Turniere sind stark besetzt, einige mit Olympiasiegern und Weltmeistern. „In Neustadt waren 30 Starter schon viel, aber hier haben wir manchmal 100 oder sogar 150“, erzählt Strehmel. „Das sind ganz andere Dimensionen.“

In Neustadt gibt es Reiten als Unterrichtsfach

Doch auch im Nordwesten Brandenburgs hat der Reitsport einen großen Stellenwert. Und eines hat Neustadt dem Münsterland sogar voraus: Nur dort, an der Prinz-von-Homburg Schule, gibt es Reiten als Unterrichtsfach. Auch Laura Strehmel hat es einst belegt, hat praktische Prüfungen abgelegt, aber auch Theoriekurse. „Gerade das hat mir sehr weitergeholfen das Reiten richtig zu begreifen.“ Damals machte sie beides: Springreiten, aber auch Dressur. „Dadurch habe ich gelernt, das Pferd noch besser zu beherrschen“, sagt Laura Strehmel.

Nach ihrem Doppelstart in Berlin wird Strehmel die kommenden drei Wochen auf dem heimischen Gestüt verbringen. Dort wartet vom 5. bis 8. Januar gleich die nächste Herausforderung auf sie: das internationale Springreitturnier CSI Neustadt/Dosse, das nach einem Jahr Pause wieder stattfindet.

Entscheidend ist der Preis der Besten im Mai

Laura Strehmel macht keinen Hehl daraus, dass diese Veranstaltung deutlich wichtiger ist als die Hippologica: „Den Bundestrainer interessiert nur das CSI“, sagt sie. Entscheidend für ihren weiteren Werdegang ist jedoch ein anderer Wettkampf: der Preis der Besten Mitte Mai in Warendorf. Nur wer dort gut abschneidet, hat die Chance, bei den wirklich guten Turnieren zu starten und später auch an den Europameisterschaften teilzunehmen. Wer hingegen seinen Auftritt vergeigt, muss bis zu den Deutschen Meisterschaften im Spätsommer warten, um den schlechten Eindruck zu korrigieren.