Nachwuchssportler des Monats

Nora Peuser rudert Richtung U19-WM

Eine ehemalige Fußballerin ist eines der Toptalente im Einer

Nora Peuser ist eine große deutsche Hoffnung im Einer-Rudern

Nora Peuser ist eine große deutsche Hoffnung im Einer-Rudern

Foto: Camera 4 / BM

Berlin.  Rudere hart, oder geh’ nach Hause! Das gibt Nora Peuser als ihr Motto an: „Jede Leistung fängt mit der Entscheidung an, es zu versuchen.“ Daran hält sich die mit 1,74 Meter Körperlänge nicht gerade mit Gardemaßen für den Sport ihres Herzens ausgestattete Peuser von der Ruder-Union Arkona Berlin, eigentlich bei allem, was sie tut. Ganz oder gar nicht, Vollgas statt Kriechspur.

Das Rudern hat Nora 2010 für sich ­entdeckt. Damals probierte sie sich bei einer Schulsichtung „nur mal so“ auf dem Ergometer. Im Boot gesessen hatte sie bis dahin nie und auch „absolut gar keine Ahnung vom Rudern“. Seit 2005 spielte sie Fußball, gab bei Blau-Weiß Spandau als einziges Mädchen in einer Jungsmannschaft eine resolute Verteidigerin. „Da lernt man, sich zu behaupten“, sagt sie. Mit dem Rudern, das wurde ihr und ihren Trainern schnell klar, hatte Nora das gefunden, von dem Mutter Insa ­feststellt: „Da ist zusammengewachsen, was zusammengehört.“

Lob vom Landestrainer

Nora, seit 2011 Absolventin der Poelchau-Sportschule im Olympia-Sportpark, sei „eine sehr zielorientierte junge Persönlichkeit, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen“, lobt Michael Hehlke, Geschäftsführer des Berliner Landesruderverbandes (LRV). LRV-Landestrainer Thomas Naumann sagt über seinen Schützling, der am 8. Januar 17 Jahre alt wird: „Nora weiß genau, was sie tut. Man muss sie nicht treiben.“ Das zahlt sich im Erfolg für das Mädchen aus, das die bescheidene Länge weglacht: „Ich war früh ziemlich groß, bin dann nicht mehr gewachsen. Das kann ich aber gut mit meiner Armspannweite von 1,82 ­Meter kompensieren.“

Im Herbst 2010 hat Nora Peuser in Hamburg gleich im ersten Wettkampf gesiegt. Anfang Oktober 2016 siegte sie beim Baltic Cup in Hamburg gegen Konkurrenz aus elf baltischen Ländern im 2000-Meter-Einer mit fünf Bootslängen und 15 Sekunden Vorsprung. „Das war mein bisher ­größter Erfolg“, strahlt sie.

Die WM 2017 wird in Litauen ausgetragen

Bei der Deutschen Meisterschaft der U19 in Hamburg war Nora Peuser hinter Alicia Bohn (Speyer) Zweite geworden. Aktuell ist die Berliner Skullerin am Rücken verletzt. Die Nervenentzündung muss erstmal auskuriert werden. „Dann geht’s in die Vollen, die Ziele sind groß. Ich will mich im Einer für die U 19-WM qualifizieren.“ Diese findet 2017 in Trakai/Litauen statt. Im Skiff zu sitzen, ist für Peuser „das wahre Rudern“. Für den Einer brauche man viel Gefühl, „nicht jeder hat das. Das bist nur Du allein, der das macht, nicht zig ­andere.“

Der Sport ist das, was für Peuser neben der Familie – Mutter Insa, Bruder Leon (10), Husky Tyson und der dauerhelfende Opa – das Wichtigste im Leben ist. „Das gehört alles ­zusammen.“ Auf die deutsche Ruder-Tradition mit starken Einer-Frauen wie der Berlinerin Katrin Rutschow-Stomporowski (Olympia­siegerin 2004) angesprochen, sagt Nora Peuser keck: „Jetzt komme ich .“

Jeden zweiten Dienstag im Monat stellen wir Berlins Nachwuchssportler des Monats vor. Alles zur Wahl und Stimmabgabe unter www.morgenpost.de/nachwuchssportler