Leicester

Guardiola nach Pleite in Leicester scharf in der Kritik

Dem City-Trainer wird Arroganz und falsche Taktik vorgeworfen

Leicester. Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola gerät nach dem 2:4 mit Manchester City gegen Leicester in Erklärungsnot, verteidigt aber seine Spielweise. „Am System liegt es nicht“, sagte Guardiola nach der zweiten Pleite in Folge am Sonnabend. „Zu Saisonbeginn haben wir mit diesen Spielern gut verteidigt.“ Eine Woche nach dem 1:3 gegen Chelsea offenbarte das Team des Katalanen erneut große Defensivprobleme. BBC Sport sah eine „chaotische Verteidigung“, die Tageszeitung „Guardian“ gar eine „Zerstörung Manchesters“.

Die Kritik an Guardiola wird schärfer. Die Spieler hätten in Leicester keinen Plan gehabt, fand der „Mirror“: „Dank Guardiolas Methoden sind sie ahnungslos, verwirrt und gedemütigt worden.“ Ebenso hart gingen die „Manchester Evening News“ mit dem 45-Jährigen ins Gericht: Sie attestierten Guardiola „die größte Krise seiner Trainerkarriere, nachdem die Blues von gewöhnlich hin zu furchtbar schlingerten“. Guardiola lasse in der Defensive „Kamikazefußball“ spielen.

Genauso wie bei den Bayern zieht der erfolgsverwöhnte Katalane seinen Stil in Manchester durch. Dazu gehört neben dem hohen Ballbesitz auch das extrem hohe und konteranfällige Verteidigen. Es sei vielleicht sein Fehler gewesen, sagte Guardiola, dass die langen und die zweiten Bälle nicht kontrolliert worden seien. Aber er müsse den Fußball spielen lassen, „den ich fühle“. Für Entrüstung auf der Insel sorgte er zudem mit der Aussage, dass er im Training keinen Wert auf Tacklings lege. In England! Die dänische Torhüterlegende Peter Schmeichel nannte Guardiola „sehr arrogant“, weil dieser seinen Spielstil für den besten halte. Schon am Mittwoch empfängt Manchester den FC Watford.

Meister Leicester City konnte dagegen nach dem vierten Saisonsieg seine Krise zumindest für kurze Zeit vergessen, weil Stürmer Jamie Vardy nach 16 Pflichtspielen ohne Tor ein Dreierpack gelang. „Das war das wahre Leicester“, sagte Trainer Claudio Ranieri.