Berlin

Füchse: Kämpfen, bis der Arzt kommt

Fabian Wiede hilft den Füchsen ein letzten Mal vor seiner OP beim Sieg gegen Lemgo.

Fabian Wiede (links) versucht an seinem Gegenspieler Andrej Kogut vorbeizukommen

Fabian Wiede (links) versucht an seinem Gegenspieler Andrej Kogut vorbeizukommen

Foto: Paul Zinken / dpa

Fabian Wiede kehrte seiner Mannschaft den Rücken zu. Während seine Mitspieler und die gesamte Bank der Füchse Berlin gebannt auf Petar Nenadic blickten, der sich an der Sieben-Meter-Linie bereit machte, sah Wiede lieber auf die Tribüne. Zu oft hatte er seine Mannschaft am Sonntagnachmittag schon vor dem Tor des TBV Lemgo scheitern sehen. Als die 9000 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle die Arme in die Höhe rissen, drehte er sich um: Nenadic hatte in der 59. Spielminute zum 25:24 für die Füchse getroffen.

Eine Minute, eine Parade von Torhüter Silvio Heinevetter und ein Tor von Bjarki Eliisson später entspannte sich das Gesicht des 22-Jährigen zum ersten Mal. Die Füchse hatten 26:24 (12:14) gegen den TBV Lemgo gewonnen. Wiede lächelte. Durch den Sieg haben die Berliner Tabellenplatz vier vorerst untermauert.

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"Wir haben mal wieder keine konstante Leistung hinbekommen, aber ich bin froh, dass ich heute noch einmal gewinnen konnte", sagte Wiede. Das Spiel gegen den Tabellensechzehnten war vorerst das letzte für den deutschen Nationalspieler, der am Montag an der Schulter operiert wird. Von der ersten Minute an stand er auf dem Feld, Trainer Erlingur Richardsson brauchte ihn. Kent Tönnesen war nach seiner Wadenverletzung zwar erstmals wieder in den Kader gerückt, Christoph Reißky nahm dafür hinter der Bank Platz. Doch der Norweger konnte noch keine Akzente setzen.

Wiede warf trotz des verletzten Wurfarms ein Tor und störte Gegenspieler Tom Skroblien am Ende zweimal entscheidend beim Abschluss. "Fabi geht über seine Grenzen, er leistet Unglaubliches für seinen Klub", lobte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Vom Rest der Mannschaft war er in der ersten Hälfte weniger begeistert: "Wir können glücklich sein, dass wir nur mit minus zwei Toren in die Pause gegangen sind, wir haben ohne Aggressivität gespielt", kritisierte Hanning.

Am Ende entschieden die Füchse die Partie wieder einmal durch ihren Siegeswillen, der auch Wiede auszeichnet. Ihn werden sie in den kommenden Wochen sicher schmerzlich vermissen, angefangen am nächsten Sonntag, wenn sie beim Tabellenzweiten in Flensburg antreten (15 Uhr, Sport1).

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