Köln

„Die Kölner Fans dürfen vom Europacup träumen“

Trainer Peter Stöger über die guten Leistungen des 1. FC Köln und Gegner Borussia Dortmund

Köln. Der 1. FC Köln spielt in der Bundesliga eine gute Rolle. Doch vor dem Spiel heute gegen Borussia Dortmund (15.30 Uhr) plagen Cheftrainer Peter Stöger (50) Verletzungssorgen. Insbesondere der Ausfall von Marcel Risse Kreuzbandriss) trifft die Domstädter hart. Im Interview spricht Stöger über den BVB, eventuelle Transfers und die ­Erwartungshaltung der FC-Fans.

Herr Stöger, gegen den BVB haben Sie noch nie verloren.

Peter Stöger: Gegen Hoffenheim hatten wir bis zum vergangenen Samstag auch neun Mal in Folge nicht verloren (lacht). Die Statistik ist das eine. Die ist für jeden Journalisten, für jeden Fan auf Knopfdruck bereit. Aber ich beschäftige mich damit relativ wenig.

Wie nehmen Sie Dortmund wahr?

Ich finde, das ist eine außergewöhnlich gute Mannschaft. Sie sind vielleicht mit sich selbst nicht ganz zufrieden. Zumindest hat man von außen den Eindruck. Ich sehe da, auch mit den Spielern, die sie geholt haben, unglaubliches spielerisches Potenzial. Ich glaube, dass der BVB am Ende ganz vorne mit dabei ist.

Momentan steht Borussia Dortmund nicht ganz vorne.

Ich weiß nicht, ob man sagen kann, dass es eine Schwachstelle gibt, wegen der sie das eine oder andere Spiel nicht gewonnen haben. Ich glaube, dass sich die Struktur im Team verändert hat. Es sind arrivierte Spieler gegangen und junge dazugekommen.

Sie haben beim FC den Kader bewusst klein gehalten. Wird das jetzt aufgrund der ­Verletzungssituation zum Stolperstein?

Unser Kader ist soweit groß genug, dass wir unsere Trainingsreize und Ideen umsetzen können. Es ist uns jetzt leider passiert, so etwas haben wir noch nie gehabt. Die Transfers, die wir machen, müssen wirtschaftlich, sportlich und charakterlich zu uns passen.

Aufgrund der Verletzungen müssen Sie im Winter allerdings investieren. Wie ­schwierig wird das?

Es ist grundsätzlich schwierig, im Winter noch ein wenig schwieriger. Unsere Aufgabe ist, zu schauen, wo Spieler sind, die unser Anforderungsprofil abdecken können. Wir haben in den letzten Jahren mit kleinen Schritten den Kader verbessert. Wir werden im Winter nichts machen nur um der Sache willen.

Für Ihre Mannschaft ist der Start in diese Saison gut gelaufen.

Ich glaube, sie ist ein bisschen abgebrühter geworden. Wir sind ein Stück weit effizienter geworden. Es war in der ersten Saison nach dem Aufstieg schwierig, mit der Qualität umzugehen, die auf uns zugekommen ist. Im zweiten Jahr ist es besser gewesen, im dritten Jahr haben wir es weiter verbessert. Wir haben gelernt, mit der Situation im eigenen Stadion, wo viel von uns erwartet wird, positiver umzugehen.

Die FC-Fans träumen von der Qualifikation für das internationale Geschäft ...

Der Klub ist in den letzten 20 Jahren nicht permanent von positiven Meldungen überhäuft worden. Die Menschen in dieser Stadt haben aber immer zum Verein gestanden. Wir träumen von Montag bis Freitag davon, das Maximale herauszuholen, die Fans träumen vom Europapokal. Wir haben mittlerweile kein Problem mehr damit. Weil ich glaube, sie wünschen sich, dass es irgendwann passiert. Aber sie verlangen es nicht. Das ist ein gravierender ­Unterschied.