Handball

Stochl hält Füchsen den Sieg fest

Zwei gehaltene Siebenmeter in den Schlussminuten retten den lang fahrigen Berliner den wichtigen Heimsieg gegen Melsungen.

 Der Berliner Trainer Erlingur Richardsson instruiert sein Team. Trotzdem tat es sich lange schwer mit dem Spiel gegen Melsungen

Der Berliner Trainer Erlingur Richardsson instruiert sein Team. Trotzdem tat es sich lange schwer mit dem Spiel gegen Melsungen

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Wenn das Trikot von Füchse-Torhüter Petr Stochl nicht schon an der Decke der Max-Schmeling-Halle baumeln würde, wäre spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen, die Nummer 71 in höhere Sphären zu hieven. Am Mittwochabend war der Füchse-Kapitän der entscheidende Faktor für den 33:31 (14:18)-Sieg der Berliner gegen die MT Melsungen.

Der 40-Jährige sorgte zunächst dafür, dass der ehemalige Berliner Johannes Sellin drei Minuten vor Schluss zum ersten Mal von der Strafwurflinie scheiterte, eine Minute vor Spielende hielt er einen weiteren Siebenmeter von Michael Allendorf und leitete damit den Siegtreffer von Paul Drux ein. „Dass Peter am Schluss keinen mehr reingelassen hat, war entscheidend“, sagte Hans Lindberg, der mit 13 (7/6) Treffern auch erheblich zum glücklichen Sieg beitrug.

Lange Zeit sah es nämlich nicht so aus, als sollten die Füchse wie gegen Gummersbach mit einem blauen Auge davon kommen. Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning tobte, denn seine Spieler hatten sich weder im Hinblick auf die technischen Fehler noch bei der Trefferquote aus dem Rückraum verbessert. Trainer Erlingur Richardsson muss sich langsam die Frage gefallen lassen, was er mit den Spielern trainiert, die immer wieder an ihren eigenen Spielzügen scheitern.

Nach vier Gegenstößen in Folge führte in der ersten Hälfte 16:11. Nur drei Treffer erzielten die Berliner in der ersten Hälfte aus dem Rückraum, ohne Hans Lindberg wäre der Halbzeitstand noch deutlicher ausgefallen. Zwanzig Minuten vor Spielende steigerten sich die Füchse dann, griffen beherzt in der Abwehr zu. Dadurch konnten sie sich endlich selbst Kontertore erspielen.

Am Ende wurde die von Zeitstrafen und Strafwürfen geprägte Partie hektischer. Die Aggressivität, die sich bei den Fans gern gegen für seine provokante Spielweise bekannten Melsunger Michael Müller richtet, half den Berlinern, endlich Kampfeswillen zu entwickeln. „In der ersten Hälfte haben wir ohne Emotionen gespielt“, sagte Richardsson. „Ich bin froh, dass wir am Ende zwei Punkte hier behalten konnten.“