Champions League

Marco Reus rettet den Gruppensieg

Nach 0:2-Rückstand kommt Dortmund bei Real Madrid noch zum Remis. Tuchel wechselt Reus nach einer Stunde ein, der trifft kurz vor Schluss.

Marco Reus zeigt es nach dem Ausgleich an: Jetzt ist der BVB Gruppenerster

Marco Reus zeigt es nach dem Ausgleich an: Jetzt ist der BVB Gruppenerster

Foto: Gonzalo Arroyo Moreno / Getty Images

Es lief schon die 88. Minute - und alles deutete darauf hin, dass Borussia Dortmund die Gruppenphase der Champions League als Zweiter abschließen würde. Dann aber konterte Dortmund noch einmal über Pierre-Emerick Aubameyang. Dieser bediente Marco Reus, der bei Real Madrid zum Endstand von 2:2 (0:1) traf. Der BVB zieht dadurch doch noch als Sieger der Gruppe F ins Achtelfinale ein, das im kommenden Februar und März stattfindet. Ganz nebenbei brach der BVB auch einen Rekord: Noch nie hat ein Team in den Gruppenspielen der Königsklasse 21 Treffer erzielt.

Dortmund hatte schon das erste Ausrufezeichen der Partie gesetzt: André Schürrle, der für den zunächst geschonten Reus in die Startelf rückte, drosch den Ball in der vierten Minute aus gut 18 Metern ebenso wuchtig wie knapp über das Tor.

Danach übernahmen die Gastgeber die Initiative und zeigten, in welche Richtung dieses Spiel laufen sollte: zum Gruppensieg. Real drängte den BVB weit zurück und griff nach Ballverlusten stets mit viel Tempo vor allem über die Flügel an. Daraus ergaben sich zwangsläufig Chancen. Zunächst konnte Torwart Roman Weidenfeller gegen Karim Benzema (11.) und James (18.) noch klären, in der 28. Minute dann nicht mehr. Benzema war nach einer Hereingabe von Daniel Carvajal einen Schritt schneller als Lukasz Piszczek und schob aus Nahdistanz zur Führung ein.

Doch Dortmund befreite sich kurz vor der Halbzeit wieder etwas und kam selbst zu Gelegenheiten. Der bis dahin gar nicht beschäftigte Keeper Keylor Navas parierte aber sowohl beim Schuss von Christian Pulisic als auch beim Freistoß von Schürrle hervorragend. So wie der BVB die erste Halbzeit beendet hatte, begann er auch die zweite. Mit Druck, mit Zug nach vorn und endgültig ohne Respekt vor den Königlichen. Ousmane Dembelé nach einem schönen Solo und Gonzalo Castro sorgten gleich für Gefahr vor dem Real-Tor. Mehrere solcher Chancen nicht zu nutzen geht angesichts der Offensivstärke der Spanier selten lange gut.

Toni Kroos gibt sein Comeback

Diesmal sogar nur wenige Sekunden. Erst scheiterte Benzema völlig frei an Weidenfeller, kurz danach traf er – wieder ziemlich ungedeckt – per Kopf (53.). Spätestens da war ziemlich klar, dass auch der vierte Dortmunder Auftritt in Madrid in etwas mehr als vier Jahren ohne einen Sieg des Bundesligisten enden würde. Doch Dortmund kämpfte weiter, gab die Hoffnung auf das so wichtige Unentschieden nicht auf – und wurde belohnt: Marcel Schmelzer legte im Strafraum für Aubameyang auf. Der Torjäger vollendete ohne Mühe zum 1:2 (60.). Noch waren fast 30 Minuten in der nun rasanten Partie zu spielen.

Bei Real kam der eingewechselte Toni Kroos zum Comeback nach seinem Fußbruch. BVB-Trainer Thomas Tuchel nahm Schürrle und Pulisic raus, brachte dafür Reus und Emre Mor. Doch mehr als eine Halbchance für Aubameyang, der einen langen Ball von Castro knapp verpasste, sprang zunächst nicht heraus. Stattdessen hatte Madrid beste Möglichkeiten. Aber Reus rettete nach einem Kopfball von Benzema auf der Linie (69.) und Cristiano Ronaldo traf nur den Pfosten (78.). Trotzdem schien es für Real zu reichen - bis Aubameyang und eben Reus konterten.

Bayer Leverkusen gewann unterdessen zum Abschluss der Gruppenphase gegen den AS Monaco 3:0 (1:0). Cladlen Yurchenko (30.), Julian Brandt (48.) und ein Eigentor von Morgan De Sanctis (82.) sorgten die Treffer. Bereits vor der Partie stand fest, dass Bayer als Zweiter der Gruppe E hinter Monaco in die nächste Runde einziehen wird.