Dortmund

Dortmund nimmt jetzt Tabellenführer Leipzig ins Visier

Trainer Tuchel wird für Taktik beim Bayern-Sieg gefeiert

Dortmund. Beim Tanz vor der Südtribüne flogen die Wasserflaschen, Musik und Siegesschreie dröhnten später aus der Kabine. Bei der Mitgliederversammlung in den Westfalenhallen am Sonntag war die Stimmung ebenfalls glänzend. Borussia Dortmund ist mit einem Schlag zurück im Titelkampf der Bundesliga - die Ansagen werden forsch.

„Das ist ein absoluter Meilenstein! Es ist das Statement schlechthin, die Bayern zu schlagen“, sagte Trainer Thomas Tuchel nach dem 1:0 (1:0) im Topspiel gegen den Rekordmeister. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sprach nach dem Ende von viereinhalb Jahren ohne Heimsieg gegen die Münchner gar von einem „befreienden Akt“, es gebe „nichts Geileres!“. Tabellenführer RB Leipzig bekam einen Warnschuss: „Die müssen auch noch hier hin“, sagte Watzke. Am Sonntag kündigte er kurz vor der fast einstimmigen Wiederwahl des Präsidenten Reinhard Rauball allerdings „zwei Tage Feuerpause“ Richtung Sachsen an: „Dann geht es weiter!“

Sportdirektor Michael Zorc nannte die erfolgreiche Taktik Tuchels passend den „Atlético-Madrid-Style“: abwarten, hart und konzentriert verteidigen. Zustechen, zurückziehen, Deckung hoch. „Wenn man mit den Bayern in den Ring steigt, kann man nicht erwarten, dass man ohne blaue Augen herauskommt“, erklärte Tuchel entsprechend im Slang des Boxens, „man muss nur stehenbleiben.“ Das gelang trotz einiger wackliger Momente. Watzke würdigte Tuchel, der die Bayern in sieben Spielen zuvor nicht hatte besiegen können. „Thomas hat das taktisch großartig gemacht.“

Tuchel erwägt nun eine langfristige System-Transformation. „Wir müssen das Bild der letzten Saison ausradieren und es neu malen“, forderte er. „Vielleicht ändert sich dadurch unser Stil. Es kann sein, dass wir uns da weitertasten.“ Er warnte allerdings auch: „Für die vielen jungen Spieler werden Wellentäler kommen.“ Momentan surfen sie jedoch auf dem Wellenkamm. Das Champions-League-Achtelfinale ist schon vor dem Spiel gegen Legia Warschau am Dienstag erreicht, drei Punkte sind es noch auf die Bayern. Sechs allerdings fehlen auf den Spitzenreiter, der für Tuchel „keine Eintagsfliege“ ist: „Das ist absolut ernstzunehmen.“ RB könne das Leicester City Deutschlands werden.