Nagano

Eissprinter Ihle triumphiert beim Weltcup in Nagano

Erster 500-Meter-Sieg eines Deutschen seit Uwe-Jens Mey

Nagano. Nico Ihle machte Luftsprünge, immer wieder reckte er freudestrahlend beide Daumen in die Kameras. Unerwartet sorgte der Eissprinter in Nagano für den ersten 500-Meter-Weltcupsieg der deutschen Männer seit knapp 25 Jahren - und war nach einem der größten Erfolge seiner Karriere ganz plötzlich „Big in Japan“. „Das ist richtig geil! Es ist das erste Mal, dass ich ganz oben auf dem 500-Meter-Podest stand. Das tat richtig gut“, sagte Ihle, der seine Goldmedaille auf dem Podium mit einem höflichen „Arigatou“ in Empfang genommen hatte.

In einem herausragenden Rennen hatte Ihle zuvor auf dem Eis in 34,82 Sekunden seinen insgesamt zweiten Weltcupsieg perfekt gemacht und den Niederländer Jan Smeekens (34,89) und Cha Min-Kyu aus Südkorea (34,96) auf die Plätze verwiesen. Vor zwei Jahren war der Olympiavierte in Berlin schon einmal über 1000 Meter siegreich gewesen, für den bislang letzten 500-Meter-Erfolg hatte der zweimalige Olympiasieger Uwe-Jens Mey im Januar 1992 in Davos gesorgt. Ihle, in der Vorwoche in Harbin/China noch in der B-Gruppe gelistet, gelang im ersten von zehn Paaren ein guter Start auf der Außenbahn (9,76 Sekunden). Anschließend brachte der Sachse seine geballte Kraft auf das Eis und setzte die Bestmarke, die für seine Konkurrenten nicht zu unterbieten sein sollte. „Ich hätte mich über jede Top-10-Platzierung gefreut, aber so ist das richtig klasse“, sagte Ihle. Für die krisengebeutelte Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), die in der Vorsaison ohne Podestplatz im Weltcup geblieben war, war es der erste Weltcupsieg seit dem Erfolg der Erfurterin Judith Hesse im Februar 2015.

Die Berlinerin Claudia Pechstein (44) wurde beim zweiten Saisonweltcup Vierte über 3000 Meter und Achte im Massenstart-Rennen.