Dortmund

Aubameyang eröffnet den Titelkampf

Das Tor des Dortmunder Stürmers besiegelt den Sieg über Rekordmeister FC Bayern

Dortmund. Der Eindruck, der sich den Betrachtern des Gipfeltreffens in der Fußball-Bundesliga aufdrängte, manifestierte sich mit jeder Minute, die in Dortmund verging. Die Bayern hätten wohl noch bis Dienstag anrennen können, ohne ein Tor zu erzielen, und der BVB wohl ebenso lang aufopferungsvoll verteidigen können, ohne die Partie noch aus der Hand zu geben.

So passierte das, was sich viele nach dem Sieg von Aufsteiger RB Leipzig in Leverkusen (3:2) erhofft hatten: Die Bayern verlieren 0:1 (0:1) in Dortmund, müssen die Tabellenführung nach insgesamt 39 Spieltagen (seit 21. September 2015) den Sachsen überlassen und spüren die Borussia in ihrem Nacken. Die Bundesliga hat wieder einen echten Titelkampf. „Das ist doch schön für die Liga, das haben sich doch alle gewünscht“, sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm mit süß-saurer Miene.

Vor 81.360 Zuschauern war es Pierre-Emerick Aubameyang (11.), der den entscheidenden Treffer nach Vorarbeit des Ex-Münchners Mario Götze erzielte. „Es war eine große Freude, der Mannschaft dieses Tor zu schenken“, sagte Aubameyang, der seinen zwölften Saisontreffer mit drei Liegestützen feierte – eine Hommage an den französischen Rapper Gradur, der auf der Tribüne saß. In der 71. Minute hätte der Stürmer sogar erhöhen können, doch ihm versagten vor Bayern-Torwart Manuel Neuer die Nerven. Für Bayern-Coach Carlo Ancelotti war es die erste Niederlage in der Liga.

Für den BVB hätte es nicht besser laufen können. Mit defensiver Fünferkette und drei Innenverteidigern waren die Dortmunder bereit, den Bayern das Gros des Ballbesitzes zu überlassen und blitzschnell umzuschalten. Schürrle fehlte dabei nur ein halber Schritt zum 2:0 (19.), kurz darauf scheiterte er mit einer Direktabnahme (21.), Aubameyang schoss den Ball freistehend Neuer in die Arme (46.).

Die Bayern spielten im 4-3-3-System, eine klare Spielidee Ancelottis war aber lange nicht zu erkennen. Statisch und harmlos bemühte sich der Rekordmeister um erste gute Angriffe, gelegentlich unterstützt von Fehlern des BVB. Ohne den verletzten Arturo Vidal fehlte Dynamik im Mittelfeld, wenn es mal brenzlig wurde, dann über die linke Seite mit Franck Ribéry, der bei seinem Hacken-Tor im Abseits stand (55.).

Auch der Franzose bekam Robert Lewandowski jedoch nicht vernünftig in Szene gesetzt. Der Ex-Dortmunder selbst versäumte es, den Ball etwas präziser auf Thomas Müller zu spielen, sonst wäre wohl noch vor der Pause der Ausgleich gefallen (30.). Spätestens nach dem Seitenwechsel übernahmen die Bayern das Kommando. Nur das Kreieren von Torchancen fiel ihnen weiter schwer. Bei Xabi Alonsos Latten-Fernschuss schaute Borussia-Torhüter Roman Bürki nur hinterher, einige weitere Male fehlte auch nicht viel zum 1:1, wie in der Nachspielzeit bei einem Kopfball von Lewandowski.