Berlin

Weltmeister Koch und die neue Leichtigkeit

Mit 13 Kilo weniger schwimmt er in Berlin deutschen Rekord

Berlin. 13 Kilo weniger in noch nicht einmal sechs Wochen: Was für andere eine Rosskur wäre, nennt Marco Koch eine „kleine Diätphase“. Und mit dieser neuen Leichtigkeit schwimmt es sich eben noch schneller als jemals zuvor: Nach seiner Diät verbesserte Koch bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Berlin am Donnerstag den nationalen Rekord über 100 Meter Brust. In 56,75 Sekunden schwamm Koch auf seiner Nebenstrecke drei Hundertstel schneller als bei der EM im Vorjahr. „Das zeigt, dass es trotz Diät ganz gut läuft. Besser als erwartet“, sagte Koch mit gewohntem Understatement.

Der 26-Jährige unterbot sowohl im Vorlauf wie auch im Finale die Norm für die WM im kanadischen Windsor vom 6. bis 11. Dezember. Weltweit waren bislang nur drei Schwimmer schneller. Über seine Spezialstrecke 200 Meter Brust könnte der Weltmeister am Sonntag seinen zehnten nationalen Meistertitel in Serie auf der 25-Meter-Bahn feiern.

Grund für die Diät sei aber nicht sein siebter Platz bei den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro und die anschließenden Diskussionen über seine Pfunde gewesen, betonte Koch. „Ich hatte das zu Beginn des Jahres schon mal getestet und wollte es nun noch radikaler probieren. Das Risiko, dass so etwas nach hinten losgeht, ist recht hoch, daher wollten wir es nicht vor Olympia machen.“ Koch ist als Tüftler bekannt und stets offen für Neuerungen. Yoga etwa hat der Profi in sein Erfolgskonzept aufgenommen, damit seine dritten Olympischen Spiele 2020 besser klappen als London 2012 und Rio 2016. Der Darmstädter und sein Heimtrainer Alexander Kreisel wollten und mussten etwas ändern. Seit seinem EM-Titel 2014 in Berlin ist Koch bei internationalen Großereignissen immer langsamer geworden.

86 Kilogramm brachte Koch nach eigenen Angaben in Rio ins Wasser. Nun sind es nur noch 73, und er ist schneller als zuvor. Aber sein Trainer Kreisel sagt: „Mehr darf er nicht abnehmen.“