München

Clásico zwischen Amorpfeilen und Wattebällchen

Über die neue Harmonie zwischen Dortmund und Bayern

München. Beim jüngsten Treffen am Münchner Flughafen blickten sich Hans-Joachim Watzke und Karl-Heinz Rummenigge fast wie zwei verliebte Teenager in die Augen. Wo Giftpfeile noch vor Kurzem das Klima vergifteten, flögen nun „Amorpfeile“ durch die Luft, witzelte Bayern-Boss Rummenigge vor dem Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München am Sonnabend (18.30 Uhr, Sky). Watzke meinte, der eigene Anhang halte ihm sogar vor, „mit Wattebällchen“ zu werfen.

Tatsächlich sind die Tage gezählt, an denen sich die Klubchefs in „tiefgründiger Disharmonie“ gegenüberstanden, wie Watzke die zerrüttete Beziehung noch im August 2014 beschrieb. Damals sagte der BVB das gemeinsame Essen vor dem Supercup ab. Am Sonnabend werden die Rivalen wieder an einem Tisch sitzen, auch wenn der designierte Bayern-Präsident Uli Hoeneß wegen seiner anstehenden Wahl am 25. November fehlen wird. „Wenn man kommuniziert, und das auch noch beim Essen, ist das immer hilfreich“, sagte Rummenigge.

Beide fühlen sich für deutschen Fußball verantwortlich

Allzu kontrovers dürften die Gespräche ohnehin nicht ausfallen. Watzke und Rummenigge waren zuletzt bei öffentlichen Diskussionen auffallend oft einer Meinung. Beim jüngsten Sponsoren-Streit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) sprang Watzke dem Münchner ebenso zur Seite wie bei der aktuellen Kontroverse über den Spielkalender. „Gleichgerichtete Interessen“ nannte er als Grund. Überhaupt hätten beide Vereine „eine zu große Verantwortung für den deutschen Fußball, als dass wir uns permanent auch außerhalb des Rasens bekämpfen sollten“, betonte er in der „Sport Bild“. Wohl gemerkt: Auf dem Platz ist ein umkämpftes Duell durchaus erwünscht. Rummenigge freut sich auf einen „sportlich wie atmosphärisch tollen deutschen Clásico“.