Länderspiel

1:0 gegen die Türkei: U21 baut in der Wuhlheide Serie aus

Der Hoffenheimer Jeremy Toljan traf zum Sieg gegen die Türken. Mit dabei: Herthas Jungstars Mitchell Weiser und Niklas Stark.

Herthas Mitchell Weiler klatscht Davie Selke ab. Ganz rechts: Torschütze Jeremy Toljan

Herthas Mitchell Weiler klatscht Davie Selke ab. Ganz rechts: Torschütze Jeremy Toljan

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Er wusste nicht wohin. Links ging nicht, rechts auch nicht. Also zögerte Mitchell Weiser zu lange und verlor vor dem eigenen Strafraum den Ball. Gleich zwei Mal passierte ihm das. Zwei Mal führte es zum Gegenangriff. So dass der Rechtsverteidiger von Hertha BSC trotz des 1:0 (1:0) der deutschen U21-Nationalmannschaft im Testspiel gegen die Türkei in der Alten Försterei nicht zufrieden war: „Keine Ahnung, was da los war“, sagte Weiser. „Es war auch nicht unser bestes Spiel.“

Am Ende reichte es trotzdem für Weiser, seinen Hertha-Kollegen Niklas Stark mit der Elf des neuen U21-Nationaltrainers Stefan Kuntz, um durch ein Tor des Hoffenheimer Verteidigers Jeremy Toljan zu gewinnen (38.). Auf der Tribüne stand Horst Hrubesch, fror, aber war glücklich. Die U21 war bis September sein Kind. Dann gab der ehemalige Nationalstürmer ab an den anderen ehemaligen Nationalstürmer Kuntz, und sah nun in Berlin, wie Kuntz die von ihm begonnene Serie ausbaute. Seit dem 0:5 gegen Portugal im EM-Halbfinale 2015 hat Deutschlands Unterbau 13 Siege aus 13 Partien geholt. Gelingt Nummer 14 im letzten Länderspiel des Jahres Dienstag gegen Polen in Tychy (18.30 Uhr/ Eurosport), dem Gastgeber der U21-EM 2017, wäre es ein perfektes Jahr.

Allerdings dezimierte sich das türkische Team früh selbst: Irfan Can Kahveci griff Maximilian Arnold vor 5130 Zuschauern an den Hals. Das gab Rot (20.) Kuntz’ Elf hatte nun genügend Räume und die Qualität, sie nutzen. Meist liefen die Angriffe über den famosen Leroy Sané von Manchester City. Seine erste Flanke köpfte der Leipziger Davie Selke noch vorbei (26.). Die zweite aber nahm Toljan direkt und traf zum 1:0 (38.). Ein Tor, von dem Kuntz später sagte: „Das kann man kaum besser herausspielen.“

Dass die Türken in Unterzahl noch einmal den Pfosten durch Kubilay Kanatsizkus trafen (59.), ärgerte Weiser: „Wir haben zu viele Konter zugelassen. Das darf uns nicht passieren.“ Auf der Tribüne hatten Herthas Trainer Pal Dardai und Manager Michael Preetz gesessen. Sie sind mit dem Gefühl nach Hause gefahren, dass sie schon bessere Spiele gesehen haben – auch von Weiser.