New York

Schach: Weltmeister Carlsen hat bei WM Angst vor Hackern

Norweger schützt sein Computer so stark wie das Pentagon

New York. Etwa einen Monat vor seinem dritten WM-Duell zog sich Magnus Carlsen wieder in seine Blase zurück. In aller Abgeschiedenheit bereitete sich der norwegische Schach-Weltmeister auf die am Freitag in New York beginnende Titelverteidigung gegen den Russen Sergej Karjakin vor. Keine Interviews, keine öffentlichen Auftritte, keine Kampfansagen - nahezu ohne Kontakt zur Außenwelt komponierte der 2Mozart des Schachs2 die Melodien für sein nächstes großes Werk.

Eine gute Vorbereitung ist beim Schach schließlich sogar für ein Genie wie Carlsen unabdingbar. Aus Angst vor Hackern, die es auf seine Spielanalysen abgesehen haben könnten, ließ der 25-Jährige deshalb seine Computer mit modernsten Sicherungsprogrammen gegen Hacker ausrüsten: „Es geht immerhin um den Weltmeister-Titel, da wollen wir so gut geschützt sein, wie es eben möglich ist“, sagte sein Manager Espen Agdestein uns sprach in norwegischen Zeitungen von einem Abwehrsystem auf „Pentagon-Niveau“.

Und das, obwohl Carlsen weit weniger auf die planbaren Feinheiten der Eröffnungsvarianten setzt als andere Spieler. Der Champion verlässt sich stattdessen vielmehr auf seine Improvisations-Fähigkeiten im Mittel- und Endspiel. Dazu kommt seine meist überlegene Kondition. Vor allem gegen ältere Gegner, wie 2014 gegen den damals 44-jährigen Viswanathan Anand, spielte Carlsen diesen Vorteil aus und provozierte am Ende der mitunter sechsstündigen Partien Fehler seines erschöpften Gegners.

Der Herausforderer im New Yorker Fulton Market Building ist mit 26 nun aber nur wenige Monate älter als Carlsen. „Wenn Magnus gegen mich gewinnen will, muss er das beste Schach seines Lebens spielen“, sagte Karjakin, der wie Carlsen einst als Wunderkind galt und mit zwölf Jahren und sieben Monaten sogar jüngster Großmeister der Geschichte wurde. Carlsen schaffte gleiches erst neun Monate später. Die bisherige Bilanz spricht mit einem Sieg bei vier Niederlagen und 16 Remis allerdings gegen den russischen Hoffnungsträger. Maximal zwölf Partien werden in New York gespielt, alle zwei Tage gibt es einen Ruhetag. Erreicht ein Spieler bereits vorher 6,5 Siegpunkte, endet das Match vorzeitig. Bei Gleichstand wird am 30. November ein Tiebreak mit verkürzter Spielzeit gespielt. Es wäre genau an Magnus Carlsens 26. Geburtstag.