Frankfurt/Main

Azubi Klose soll Löws Stürmer besser machen

Machen auch Mertesacker und Lahm eine DFB-Ausbildung?

Frankfurt/Main. Wenn Joachim Löw mit seinem Weltmeisterteam zur Jahresabschlussfahrt nach Rimini aufbricht, darf ein Neuling gleich ganz vorne bei ihm im Sonderflieger sitzen. Miroslav Klose (38) startet am Mittwoch ein neues Kapitel seiner Karriere und kehrt als Trainer-Azubi in den Kreis der Fußball-Nationalelf zurück. Die Rückkehr des „ewigen Miro“ sticht in der Aufmerksamkeit der Fans bei der letzten Mission des Löw-Teams 2017 auch die echten Neulinge Yannick Gerhardt, Benjamin Henrichs und Serge Gnabry aus.

„Natürlich freuen wir uns, dass er beim DFB beginnt, wir garantieren ihm eine gute Ausbildung, dass er den Trainerschein machen kann, dass er verschiedene Abteilungen durchläuft. Aber der Miro hat auch eine klare Aufgabe“, sagte Bundestrainer Löw vor dem Abflug zum WM-Qualifikationsspiel in San ­Marino am Freitag (20.45 Uhr, RTL) und dem Test in Mailand gegen Italien am Dienstag. Die aktive Klose-Karriere mit 137 Länderspielen und sagenhaften 71 Toren zwischen 2001 und dem WM-Titel 2014 ist beendet. „Wir haben in den letzten ein, zwei Jahren gesprochen, im Urlaub auf Sardinien“, erzählte Löw. Die Idee: Der WM-Rekordtorjäger erhält ein Trainerpraktikum auf Top-Niveau – und gibt im Gegenzug sein Wissen an seine Nachfolger im ­Nationalteam weiter.

Gegen San Marino wirdein Schützenfest erwartet

Die mangelnde Effektivität bei der Chancenverwertung hat Löw auch bei der EM im Sommer massiv gestört. „Miro mit seiner Stürmer-Erfahrung ist eine wichtige Hilfe, weil er die Stürmer beobachtet, was machen sie falsch“, sagte Löw vor dem erwarteten Schützenfest gegen Außenseiter San Marino. Einen klaren Sieg - den vierten in der laufenden WM-Qualifikation - hat der Tabellenführer der Gruppe C eingeplant.

„In der Nationalmannschaft habe ich meine größten Erfolge gefeiert, diese Zeit war wunderschön und bleibt unvergessen“, sagte Klose. Das Nationalteam war für den oft scheu wirkenden Klose viel mehr als eine sportliche Heimat - fast schon eine Familie. Und Klose ist erst der Anfang. Löw will gezielt ehemalige Kräfte ans Nationalteam binden. Längst wird spekuliert, ob die Weltmeisterkollegen Per Mertesacker und Philip Lahm nach ihrem Karriereende einen ähnlichen Weg einschlagen.