Bundesliga

Köpenicks Frauen erfinden Volleyball noch einmal neu

Heute geht’s um den erstmaligen Einzug ins Pokal-Halbfinale für die KSC-Damen. Sie hoffen gegen Vilsbiburg auf ihre Chance.

Die KSC-Frauen sind Außenseiter gegen Vilsbiburg

Die KSC-Frauen sind Außenseiter gegen Vilsbiburg

Foto: Ralph Goldmann / picture alliance / R. Goldmann

Berlin.  Bis vor einem halben Jahr spielte Manuel Rieke noch selbst in der Volleyball-Bundesliga, erst seit dieser Saison trainiert der 34-Jährige die Frauen des Köpenicker SC. Und hätte nichts dagegen, wenn diese nun ein bisschen mehr wie seine Ex-Kollegen bei den Netzhoppers KW auftreten würden. „Ich möchte ein bisschen Männervolleyball bei den Frauen reinbringen“, sagt Rieke. Er will konkret, dass nicht immer über die Flanken gespielt, sondern vermehrt mit schnellen Zuspielen aus der Mitte punktet wird, wie es bei den Männern üblich ist. „Das Spiel wird dadurch schneller und unberechenbarer für den Gegner“, so Rieke. Er meint gar: „Es ist ein ganz anderer Sport.“

Noch haben die Seinen das neue Konzept nicht vollends verinnerlicht. „Wir sind noch nicht da, wo ich hin will“, sagt Rieke: „Da muss man geduldig sein.“ KSC-Urgestein Pia Riedel, seit 16 Jahren im Köpenicker Trikot, ist jedoch zuversichtlich: „Ich habe den Eindruck, als ob alle ganz gut damit klarkommen.“

Zwei 19-Jährige spielen im neuen Konzept die Hauptrolle

An diesem Mittwoch (19 Uhr, Sporthalle Hämmerlingstraße) empfängt der KSC nun Vilsbiburg zum Viertelfinale im DVV-Pokal. Dreimal stand der KSC bislang im Pokal-Viertelfinale, noch nie reichte es fürs Halbfinale. Zuletzt schied man 2012 ebenfalls gegen die Roten Raben aus. Auf dem Papier sind die Bayern auch dieses Mal favorisiert, doch die Mannschaft um Ex-KSC-Kapitänin Mona Elwassimy hat in dieser Saison noch kein Spiel gewonnen. „Zu Hause können wir sie besiegen“, glaubt Pia Riedel.

Die Generalprobe ging jedoch verloren: Im Derby gegen den SC Potsdam unterlag der KSC am Wochenende 1:3, nachdem man über weite Strecken ebenbürtig gewesen war. „Jetzt müssen wir möglichst schnell wieder den Kopf frei bekommen“, sagt Rieke zur Niederlage, bei der seine Frauen im vierten Satz eine Sechs-Punkte-Führung verspielten – mangels Erfahrung. Denn Köpenick schickt in dieser Saison eine noch jüngere Mannschaft ins Rennen als im Vorjahr; auf der Diagonalposition etwa setzt der Klub mit Marie Holstein und Nele Iwohn auf zwei 19-Jährige. Ein Risiko, das weiß Rieke. „Aber die beiden brennen, die wollen sich beweisen.“ Das klingt ziemlich männlich.