Real Madrid

Cristiano Ronaldo will bis 2026 Profi bleiben

Cristiano Ronaldo verlängert bei Real Madrid bis 2021, wird wieder Topverdiener und will bis 2026 Profi bleiben.

Cristiano Ronaldo hat bis 2021 bei Real Madrid verlängert

Cristiano Ronaldo hat bis 2021 bei Real Madrid verlängert

Foto: Octavio Passos / Getty Images

Madrid. Cristiano Ronaldo trägt Hornbrille, als Frau an seiner Seite hat er Mutter Dolores dabei. In einer Präsentation werden die besten Szenen seiner sieben Jahre bei Real Madrid vorgeführt. Es dauert – gibt halt viel zu zeigen bei einem, der 372 Tore für seinen Verein geschossen hat, und eh’ versteht sich kein Klub besser auf Heldeninszenierung als dieses Real Madrid, dessen Präsident Florentino Pérez ihn gleich als „besten Erben der größten Fußball-Dynastie der Welt“ bezeichnen wird. Aber erst mal: Film ab. Ronaldo kommentiert die Szenen mit seiner Mutter, belächelt manche sogar, etwa wenn er nach dem siegbringenden Elfmeter im letzten Champions-League-Finale mit nacktem Oberkörper posiert. Am Ende klatscht er Beifall. Der Meister ist zufrieden mit dem Werk. Seine Majestät hat sich amüsiert.

In Spanien schwärmen die Medien derzeit nur von Bale

Der 31-Jährige strotzt vor Euphorie, wie man das selten erlebt hat. Sein Körper bewegt sich, als wolle er tanzen zu seinen Worten von „diesem so speziellen und schönen Tag“, vom „Glänzen, das ich in den Augen meiner Mutter sehe“ oder davon, dass es bei ihm, verglichen mit dem Leid auf der Welt, allenfalls mal „nicht gute Momente“, aber nie „schlechte“ gebe. Dieser Moment jedenfalls, sagt Ronaldo, ist der „beste meines Lebens: Nach der Champions League und der EM jetzt den Vertrag um fünf Jahre zu verlängern, es ist ein traumhaftes Jahr.“

Bis 2021 soll er, um es neumodisch auszudrücken, das Gesicht des Franchise Real Madrid bleiben. Wer die erstaunliche Aufsteigergeschichte des dreimaligen Weltfußballers, diese ambitionierte und bisweilen verbissen geführte Karriere vor allem als Streben nach Anerkennung verstanden hat, der darf sich im Ehrenbereich des Santiago Estadio Bernabéu bestätigt fühlen. „Der Fußball hat kein Gedächtnis“, zitiert er eine in Spanien beliebte Phrase und sagt Präsident Pérez: „Aber du hast eines. Real Madrid hat eines.“

In der unmittelbaren Gegenwart hat Ronaldo den schwächsten Saisonstart seiner sieben Jahre bei Real hinter sich. Statistisch – etwa ist er seit fünf Heimspielen ohne Tor, was es noch nie gab. Aber auch gefühlt. Er wirkte zuletzt nicht mehr wie der Magnet des madrilenischen Spiels, noch schlimmer: ob er dabei war oder nicht, machte keinen großen Unterschied. Am Morgen seiner Vertragsverlängerung titelt die Madrider Sportzeitung „As“: „Hier regiert Bale“. Der Waliser hat am Vortag mit seinen Toren eine schwache Teamleistung gegen Aufsteiger Leganés gerettet (3:0), während der Ronaldo nicht einen Schuss aufs Tor zustande brachte. „Bale besteigt den Thron“, so „As“ weiter, „Leader Bale“ bei ­„Marca“. Bale, Bale, Bale.

Aber als dieser Gareth Bale vorige Woche ebenfalls sein Beschäftigungsverhältnis erneuerte, da wurde seine Auskunftsrunde nur im Pressekonferenzsaal des Stadions abgehalten. Neben Bale saß nur Klubdirektor Emilio Butragueno. So war es auch bei Toni Kroos und Luka Modric, den anderen langfristigen Vertragsverlängerungen, die Madrid vorgenommen hat, angesichts der bevorstehenden Fifa-Transfersperre und der Geldschwemme bei der Konkurrenz aus der englischen Premier League. Ronaldo hingegen: ­Ehrenbereich und Präsident. Auch beim Gehalt bleibt die Hierarchie gewahrt, ist zu vernehmen. Danach soll Bale (27) mit Prämien maximal auf 15 Millionen Euro netto pro Saison kommen können. Ronaldo (bisher: 17) jedoch auf bis zu 20 Millionen Euro.

„Nur ein Tief, so ist das Leben“, ordnet Ronaldo seine schwache Partie vom Vortag ein. Aber natürlich gibt es den längerfristigen Trend, dass er mit 31 nicht mehr so explosiv ist, dass er sein Spiel immer mehr auf den Abschluss konzentrieren muss. Zum Ende des Kontrakts wird er 36 Jahre alt sein. Bei allem bekannt unübertrefflichen Trainingseifer – wer weiß, ob Ronaldo dann noch in der körperlichen ­Verfassung ist, von der sein Spiel lebt?

Titelgewinn in Spanien hat Priorität für Real

Real hat das Risiko trotzdem als größer eingeschätzt, den bisher 2018 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Für Marketing und Sponsoren wird Ronaldo seinen Wert immer behalten. Intern wäre nichts schädlicher gewesen als eine ungewisse Zukunft des Superstars mit all den zugehörigen Debatten im hysterischen Klubumfeld. Stetigkeit heißt das Motto der Saison am Königshof, wo nach nur einer Meisterschaft in den letzten acht Jahren die Liga diese Saison absolute Priorität hat. Ohne Glanz führt Real (27 Punkte) sie derzeit vor dem FC Barcelona (25) an.

Geht es wirklich bis 2021 mit Real und Ronaldo? Nein, betonte der Hauptdarsteller: „Damit das klar ist, das ist nicht mein letzter Vertrag“. Bis er 41 ist, wolle er spielen. Der Nachmittag mag sich wie eine Oscar-Verleihung angefühlt haben. Doch sein Film, findet Ronaldo, ist noch längst nicht fertig.