Berlin

Plan B ist in Arbeit

Handballbund bereitet sich auf möglichen Abgang von Bundestrainer Sigurdsson vor

Berlin. Vor dem näherrückenden Tag X hat Bob Hanning keine Angst. In der Debatte um die offene Zukunft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson bewahrt der mit dem Isländer befreundete Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB) und Geschäftsführer der Füchse Berlin kühlen Kopf. Emotionen kann und will sich Hanning nicht leisten, denn hinter den Kulissen arbeitet er längst an einem Plan B: „Es wäre nicht professionell, sich keine Gedanken zu machen, wenn man von der anderen Seite hört, dass sie sich mit einer Veränderung beschäftigt.“

Deshalb sondiert er in Gesprächen mit Managern und Trainern aus der Bundesliga die Lage. Sollte Sigurdsson seinen bis 2020 laufenden Vertrag zum Jahresende kündigen, will Hanning vorbereitet sein. Er wird daher aus rund 15 Namen eine Liste von drei bis fünf Kandidaten erstellen, mit denen dann Gespräche geführt werden sollen.

Kretzschmar bringt Biegler als Nachfolger ins Gespräch

Unter Zeitdruck sieht er sich dabei nicht. Hanning: „Wenn es denn eine Veränderung geben muss, muss die genauso sitzen, wie sie mit Dagur Sigurdsson gesessen hat. Dafür lasse ich mir so viel Zeit, bis ich hundert Prozent überzeugt bin, dass ich dem Präsidium den richtigen Vorschlag machen kann.“

Der frühere Nationalspieler Stefan Kretzschmar hat derweil Frauen-Bundestrainer Michael Biegler als möglichen Sigurdsson-Nachfolger ins Gespräch gebracht. Auch Kai Wandschneider (HSG Wetzlar), Markus Baur (TVB Stuttgart) und Ex-Weltmeister Christian Schwarzer hätten, so Kretzschmar bei SPOX.com, „das Format, die Nationalmannschaft zu führen“, sollte Sigurdsson aufhören. Ein Nationaltrainer müsse „eine Autoritätsperson mit einer klaren Linie sein, die eine klare Idee und Philosophie mitbringt“, der aber noch auf einen Verbleib von Sigurdsson hofft. Der Isländer sei zu einer „Identifikationsfigur im DHB“ geworden.