Basketball

Dennis Schröder verdient nun fast so viel wie Dirk Nowitzki

Der Profi steigt in die Liga der Großverdiener auf. Bei den Atlanta Hawks kassiert der Spielmacher in vier Jahren 70 Millionen Dollar.

Auf den Spuren von Dirk Nowitzki in der NBA:Nationalspieler Dennis Schröder von den Atlanta Hawks

Auf den Spuren von Dirk Nowitzki in der NBA:Nationalspieler Dennis Schröder von den Atlanta Hawks

Foto: Erik S. Lesser / dpa

Atlanta/Köln.  Goldene Sportwagen stehen vor der Familienvilla im Stadtteil Buckhead. Dennis Schröder zeigt gern, was er hat – und das wird sich nach dem großen Zahltag wohl kaum ändern. Der NBA-Basketballer ist durch seinen neuen Vierjahresvertrag bei den Atlanta Hawks in die Liga der Großverdiener aufgestiegen, satte 70 Millionen Dollar soll die Unterschrift des 23-Jährigen wert sein.

Es ist ein Vertrauensvorschuss kurz vor dem Saisonstart, nachdem der Klub seinen Point Guard erst im Sommer zu seiner Nummer eins befördert hatte. Die Verantwortlichen, allen voran Trainer und Teampräsident Mike Budenholzer, glauben zu 100 Prozent an ihren neuen Leader. Ansonsten wäre die Entscheidung so nicht gefallen.

„Atlanta ist mein Zuhause!!!!“, schrieb Schröder am Mittwoch bei Twitter, auf einem dazugestellten Foto war der Braunschweiger bei der Unterzeichnung des wertvollsten Papiers seiner bisherigen Karriere zu sehen. Mit dem Megadeal macht Schröder einen großen Sprung in der Gehaltsliste, 2016/17 bekommt er „nur“ 2,7 Millionen.

Fast so reich wie Sebastian Vettel oder Toni Kroos

Schröder ist im vierten und letzten Jahr seines Rookie-Vertrages, nur bis zur Deadline am Montag konnten die Hawks vorzeitig mit dem deutschen Nationalspieler verlängern - sie zögerten nicht. „In den vergangenen drei Jahren haben wir gesehen, wie sich Dennis zu einem Topspieler entwickelt hat“, lobte Budenholzer.

Von den 70 Millionen Dollar sind laut US-Medien 62 garantiert, an den Rest kann Schröder über Bonuszahlungen kommen. Im besten Fall sind das umgerechnet 64 Millionen Euro insgesamt und 16 Millionen pro Jahr. Nur eine Handvoll deutscher Sportler, wie etwa Formel-1-Pilot Sebastian Vettel (43,9 Millionen Euro/Jahr), NBA-Held Dirk Nowitzki (25) oder Fußball-Weltmeister Toni Kroos (20) bekommen mehr Gehalt.

„Als ich aus Deutschland als Rookie hergekommen bin, haben mich der Verein und die Stadt mit offenen Armen aufgenommen und wachsen sehen“, sagte Schröder: „Ich möchte mich bei meinen Teamkollegen, dem Trainerstab und dem Management für das Vertrauen bedanken.“

Persönliche Bestmarken des Braunschweigers

Nun ist es an Schröder, etwas zurückzuzahlen. Nach dem Abgang von Jeff Teague (28) zu den Indiana Pacers soll der junge Aufbauspieler die Mannschaft als Teil der Startformation führen. Schröder hat genau darauf hingearbeitet und nie einen Zweifel daran gelassen, dass er seine Zukunft in Atlanta sieht.

Die Hawks hatten Schröder 2013 an Position 17 gedraftet und kontinuierlich aufgebaut. In der vergangenen Saison stellte der 21-malige Nationalspieler in der NBA-Hauptrunde mit 80 Einsätzen, einem Schnitt von 11,0 Punkten, 4,4 Assists und 2,6 Rebounds persönliche Bestmarken auf. Für Budenholzer war der Ersatzmann damit reif für die Beförderung.

Der neue Vertrag wird Schröder in seiner Rolle helfen. Nur zwei Teamkollegen, Starcenter Dwight Howard (23,5 Millionen Dollar/Jahr) und Paul Millsap (20,0) bekommen aktuell mehr als Schröder in der nächsten Spielzeit. Sein Standing wird noch einmal steigen.

Unter dem Strich hat es sich für Schröder gelohnt, auf die EM-Qualifikation zu verzichten. Kurzfristig hatte der frühere Bundesligaprofi Bundestrainer Chris Fleming abgesagt, um sich auf Atlanta zu konzentrieren. Eine Verletzung im Nationaltrikot hätte nicht nur sportliche, sondern auch große finanzielle Folgen haben können. Der Plan ist voll aufgegangen.