Berlin

Alba kassiert gegen Moskau erste Eurocup-Pleite

Berlin. Die erste Halbzeit war schon fast vorbei, da kam der teuerste Basketballspieler des Kontinents das erste Mal aufs Parkett. Khimki Moskau führte in der Partie des Eurocups schon mit 36:17 - ohne seinen Star Alexej Shved. 3,4 Millionen Euro pro Saison ist der 27-Jährige seinem Klub wert, doch vor 9000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena war sein Mitwirken gegen Alba Berlin nicht zwingend erforderlich, um die Kräfteverhältnisse zwischen beiden Teams früh klarzustellen. Der zweimalige Eurocupsieger aus der russischen Hauptstadt kam zu einem niemals gefährdeten 102:72 (53:40)-Erfolg.

Der schöne internationale Start Albas mit den Siegen gegen Fuenlabrada und in Bilbao ist damit zwar nicht weggewischt, aber relativiert. In dieser Gruppe B kann jeder jeden schlagen, und da ist es besonders ärgerlich, wenn man einen so schwachen Start ins Spiel erwischt wie die Berliner am Mittwochabend. So merkwürdig es klingen mag, natürlich ist die Qualität Moskaus mit seinen ehemaligen NBA-Spielern Shved (15 Punkte) und Sergej Monia (16) sowie den weiteren Stars Jacob Pullen (25) oder Egor Vialtsev (15) höher als jene des achtmaligen Deutschen Meisters. Aber hätten die Gastgeber ihren Kontrahenten zu Beginn nicht so widerstandslos davonziehen lassen, wieder einmal mit enttäuschendem Einsatz beim Rebound und zu vielen Ballverlusten, wer weiß, was möglich gewesen wäre.

Ihre stärkste Phase hatten die Berliner mit ihrem besten Mann Elmedin Kikanovic (19) zu Beginn der zweiten Hälfte, verkürzten den Rückstand mit endlich einmal bissiger Verteidigung und entschlossenen Angriffen auf elf Punkte (44:55/22. Minute). Khimki wirkte tatsächlich kurz verunsichert, doch als Alba mehrere Chancen ungenutzt ließ, bot sich schnell wieder das gewohnte Bild: Moskau agierte, Alba reagierte, spielte nicht mehr als Team, weder in Angriff noch Verteidigung. Moskau nutzte das zu einem dreistelligen Ergebnis. Alba wird es auch am Freitag in Bayreuth schwer haben, neues Selbstvertrauen zu gewinnen, wenn es so auftritt.

Niels Giffey sagte: „Wir haben im ersten Viertel ein richtig schlechtes Zeichen gesetzt. Es passiert selten, dass man sich von minus 20 Punkten zurückkämpft.“ Schon gar nicht, wenn der Gegner noch einen Spieler mit der Qualität Shveds auf der Bank hat.