Sölden

„Felix ist halt ein brutales Rennpferd“

Neureuther gelingt in Sölden der beste Saisonstart seiner Karriere

Sölden.  Zumindest bei der Siegerehrung war Felix Neureuther in Sölden der Schnellste. Marcel Hirscher und der überragende Sieger Alexis Pinturault nestelten am Sonntag noch am Verschluss ihres Anoraks, da hatte der beste deutsche Skirennfahrer seine Sektflasche für den unerwarteten dritten Rang im ersten Riesenslalom des WM-Winters schon geöffnet.

„Ich bin heute mit dem dritten Platz echt so dermaßen zufrieden. Das hätte ich wirklich nicht gedacht im Vorfeld“, sagte Neureuther nach seinem ersten Podestplatz. Es war für ihn der beste Saisonstart seiner Karriere. Noch nie stand er in Sölden auf dem Podest. „Ich freu’ mich wirklich sehr, sehr, sehr, sehr, sehr.“ Neureuther war selig. Servicemann Roland Schneeberger und Physio Oliver Saringer hätten „ihre Wunderhände spielen lassen - der eine bei den Skiern, der andere bei meinem Körper“, meinte der Partenkirchener.

Bei schwierigen, weil wechselhaften Lichtverhältnissen fehlten Neureuther am Ende 1,37 Sekunden auf den Franzosen Pinturault und 0,67 Sekunden auf den fünfmaligen Gesamtweltcupsieger Hirscher aus Österreich. „Im Vergleich zum letzten Jahr bin ich dieses Jahr um einiges näher dran. Das ist schon mal was absolut Positives“, sagte Neureuther zum Rückstand auf die beiden besten Riesenslalom-Fahrer der Branche, nachdem er sofort die Norm für die Ski-Weltmeisterschaften im Februar in St. Moritz erfüllt hatte. „Felix ist halt ein brutales Rennpferd. Der hat ein unheimliches Gefühl für das, was er macht“, lobte Wolfgang Maier, Alpinchef im Deutschen Skiverband (DSV).

Alpinchef Maier lobt die gute Teamleistung

Weil zudem Benedikt Staubitzer mit Rang zwölf das zweitbeste Resultat seiner Weltcup-Karriere gelang, war Maier insgesamt sehr zufrieden mit dem Saisonstart. Staubitzer schaffte zudem die halbe WM-Norm und braucht nur noch ein weiteres Top-15-Ergebnis. „Das war ein Traumauftakt und eine sehr ordentlichen Teamleistung. Unsere Jungs haben geilen Sport gezeigt“, freute sich Maier über den guten Saisonstart.

An der positiven Bilanz änderten auch die Resultate von Stefan Luitz und Fritz Dopfer nichts. Luitz rutschte nach einem vielversprechenden fünften Rang nach dem ersten Lauf noch bis auf Platz 19 zurück. „Das nagt schon sehr und nervt mich“, sagte er. Dopfer, dem 2014 mit Rang zwei der erste Podestplatz für einen DSV-Fahrer überhaupt in Sölden gelungen war, wurde nur 27.: „Der zweite Lauf war ein Rückfall in alte Muster.“

Partenkirchener will jetzt verstärkt für Slalom trainieren

Dass Dominik Schwaiger auf Rang 33 die Qualifikation für das Finale verpasste, war zwar ärgerlich, aber nicht tragisch. Linus Straßer hat es mit seiner hohen Startnummer jenseits der 70 im Riesenslalom ohnehin schwer und bekommt beim ersten Slalom in Levi in drei Wochen die erste realistische Chance auf einen Erfolg.

Da will Neureuther mit einem guten Ergebnis die Grundlage schaffen, um ein weiteres Mal um die Slalom-Kugel kämpfen zu können. „Ich habe noch nicht so viel Slalom trainiert. Das ist, was ich in den nächsten Wochen tun muss“, sagte er. Bis dahin hat er auch Zeit, die noch offenen Fragen bei der Wahl des richtigen Skis zu beantworten und sich um seinen Körper zu kümmern. Der zwackte offenbar mal wieder, auch wenn Neureuther darauf nicht näher eingehen wollte.