Krasnodar

Gegen die Zweifel

Schalkes bislang enttäuschender Zugang Konopljanka zeigt, dass er dem Team helfen kann

Krasnodar.  Um vier Uhr morgens war die weite Reise über 2450 Kilometer aus dem fernen Russland endlich zu Ende. Die erschöpften, aber zufriedenen Profis von Schalke 04 landeten am frühen Freitagmorgen am Flughafen Münster. Im Gepäck hatten sie ein 1:0 (1:0) bei FK Krasnodar und die Tabellenführung ihrer Europa-League-Gruppe I. Markus Weinzierl ließ ein Gefühl zu, das es zuletzt selten gab bei den Königsblauen: „Wir sind mit dem bislang Erreichten sehr zufrieden und auch ein bisschen stolz“, sagte der Trainer.

Doch trotz der Maximalausbeute in der Europa League und des klaren Zwischenrundenkurses rückte schnell wieder die Bundesliga in den Kopf. „Jetzt müssen wir erst einmal in der Liga gegen Mainz erfolgreich auftreten“, sagte Kapitän Benedikt Höwedes.

Mitgebracht haben die Schalker aus Krasnodar jedoch nicht nur ein gesteigertes Selbstvertrauen, sondern auch einen erwachten Hoffnungsträger: Jewhen Konopljanka (27), im Sommer erst auf den letzten Drücker vom FC Sevilla ausgeliehen und seitdem nur von der Bank gekommen, gelang in Krasnodar sein erstes Pflichtspieltor für Königsblau. „Die Hauptsache ist, dass wir drei Punkte geholt haben“, meinte der Torschütze nach dem Sieg. „Dass ich heute mein erstes Tor erzielt habe, ist natürlich umso schöner.“

Der ukrainische Nationalspieler war geholt worden, um den Abgang von Leroy Sané zu kompensieren. Bisher hatte er die in ihn gesetzten Erwartungen noch nicht erfüllen können. Sportvorstand Christian Heidel hatte aber erst in dieser Woche zu Geduld gemahnt. „Er wird für Schalke noch viele Tore schießen“, prophezeite der Manager. „Ich bin sicher, dass er kommt. Er kann Dinge, die andere Spieler nicht könne.“ Nun hat sich Konopljanka für das Heimspiel am Sonntag gegen Mainz für einen Startelfeinsatz empfohlen (17.30 Uhr, Sky).

Aus den jüngsten vier Pflichtspielen haben die Schalker zehn Punkte geholt. Dennoch: Der Katastrophenstart mit fünf Liga-Pleiten in Serie steckt ihnen immer noch in den Knochen. Umso wichtiger sei das Erfolgserlebnis in Krasnodar gewesen, sagte Konopljanka. Jetzt also geht es gegen Mainz, das Team, für das Manager Heidel bis vergangenen Sommer 24 Jahre lang tätig war. Sollte sein neues Team ähnlich auftreten wie in der ersten Hälfte bei Krasnodar, spricht vieles für den zweiten Sieg in der Liga. Die wegen der vielen Verletzungssorgen auf sechs Positionen veränderte Mannschaft, die laut Dennis Aogo „in der Formation noch nicht zusammengespielt hat“, kontrollierte das Spiel zu Beginn nach Belieben und hätte schon nach einer Viertelstunde 3:0 in Führung liegen können.

Einzig die schlechte Chancenverwertung sorgte dafür, dass es in der zweiten Halbzeit spannend blieb, doch Torhüter Ralf Fährmann hielt Schalkes Sieg mit seinen Paraden fest. „Am Ende haben wir diesen dreckigen Sieg über die Runden gebracht“, meinte. Das soll nun auch in der Liga gelingen. Gegen die Zweifel und mit Konopljanka.