VOLLEYBALL

Köpenick will mit Sprungwunder da Silva ins Play-off

Nur 1,73 Meter groß, aber sprunggewaltig – Mittelblockerin Nuria da Silva soll KSC-Volleyballerinnen mit ihrer Agilität helfen.

Über dem Netz fallen die 1,73 Meter Körpergröße von Nuria da Silva nicht auf. Die KSC-Volleyballerin mit der Nummer 16 hat meist Lufthoheit

Über dem Netz fallen die 1,73 Meter Körpergröße von Nuria da Silva nicht auf. Die KSC-Volleyballerin mit der Nummer 16 hat meist Lufthoheit

Foto: Michael Lowin / BM

BERLIN.  An die irritierten Blicke der Gegenspielerinnen hat sich Nuria Lopes da Silva längst gewöhnt. Mehr noch: Wenn die Volleyballspielerin des Köpenicker SC von der anderen Seite des Netzes wieder einmal belächelt wird, weil sie mit ihren 1,73 Metern nicht gerade wie eine typische Mittelblockerin aussieht, spornt sie das erst richtig an. Meist vergeht den Gegnerinnen ihr Lachen dann recht schnell. „Es gibt kein schöneres Gefühl, als gleich in den ersten Spielzügen einen Block zu setzen“, sagt sie.

Im Sommer ist die 24 Jahere alte Portugiesin mit Wurzeln in Guinea-Bissau nach Köpenick gewechselt, wo sie Lauren Barfield und Eva Rutarova ersetzen soll, die im vergangenen Jahr das längste Mittelblocker-Duo der Bundesliga bildeten – 1,96 Meter und 1,98 Meter groß. „Sie ist ein ganz anderer Spielertyp“, sagt KSC-Trainer Manuel Rieke. Schnell, agil und mit einem unglaublichen Sprungvermögen ausgestattet. „Das habe ich selbst bei Männern noch nicht gesehen“, sagt Rieke. Da Silvas Spitzname lautet „Flummi“. Im Internet kursiert ein Video, in dem sie aus dem Stand auf einen Kasten springt, der ihr beinahe bis zur Brust reicht. „Natürlich hätten wir für die Mittelblockerposition auch wieder eine hochgewachsene Spielerin nehmen können, aber die sind meist eher langsam. Mit ihrer Schnelligkeit erweitert Nuria noch einmal unsere Optionen im Angriff“, sagt Rieke.

Trotz Fußballer-Genen zum Volleyball

Es überrascht nicht, dass da Silva in ihrer Jugend eine erfolgreiche Hochspringerin war. Erst mit 15 Jahren wechselte sie zum Volleyball. Ihr Vater und ihr Bruder, der portugiesische Nationalspieler Edinho, waren beide erfolgreiche Fußballer. Sie aber konnte den Ball besser mit den Händen beherrschen. In der vergangenen Saison spielte sie zunächst in Spanien, später wechselte sie in Österreichs erste Liga und gewann dort mit Post Schwechat die Meisterschaft. Berlin ist ihre erste Station in Deutschland. „Ich habe nur gute Dinge gehört über den Verein und die Stadt“, sagt sie. Zum Beispiel von ihrer besten Freundin, der Berlinerin Hannah Klemm, mit der sie in den USA am College zusammenspielte. Klemm spielte einst für den VC Olympia. Gegen die mit einem Sonderspielrecht ausgestattete Junioren-Nationalmannschaft startet der KSC am Sonnabend in die Saison (19 Uhr, Sporthalle Hämmerlingstraße).

Die Zielsetzung heißt Play-off. In der vergangenen Saison qualifizierte sich der KSC zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte für die Endrunde um die Meisterschaft. Mit „Flummi“ da Silva soll das jetzt wieder klappen.