Radsport

Tony Martin sorgt für haarigen Wechsel eines Sponsors

Shampoo-Hersteller Alpecin wird ab kommender Saison Sponsor bei Katjuscha – mit Tony Martin. Das Team hat einen zweifelhaften Ruf.

Fokussiert: Tony Martin

Fokussiert: Tony Martin

Foto: Yoan Valat / dpa

Doha.  Shampoo-Hersteller Alpecin wechselt im Radsport den Partner und wird ab kommender Saison Titelsponsor beim Team Katjuscha. Das Unternehmen, seit 2015 Co-Namensgeber der Equipe Giant-Alpecin, verkündete die neue Kooperation am Dienstag im Zuge der WM in Katar. Als deutsches Zugpferd hat die Mannschaft sich bereits die Dienste des dreimaligen Zeitfahr-Weltmeisters Tony Martin (bislang Etixx-Quickstep) gesichert.

Zudem wechselt der Sohn des früheren Sprintstars Erik Zabel, Rick, zu Katjuscha-Alpecin. Lizensiert ist die einst als „globales russisches Radsport-Projekt“ gegründete Mannschaft künftig in der Schweiz. Die Trennung vom in Deutschland gemeldeten Team Giant-Alpecin sei nicht als Abkehr vom deutschen Radsport zu verstehen, der mit dem Tour-Start in Düsseldorf 2017 ja neue Höhepunkte anstrebt.

„Ganz im Gegenteil. Wir werden mit mindestens drei deutschen Fahrern und mit Tony Martin als deutschem Aushängeschild antreten“, sagte Alpecin-Geschäftsführer Eduard R. Dörrenberg. Giant hatte nach Marcel Kittel auch John Degenkolb nicht halten können.

Martin glaubt an Imagewandel

Katjuscha genießt allerdings einen zweifelhaften Ruf, wegen gehäufter Dopingfälle war Ende 2012 sogar mal die Lizenz für die World Tour verweigert worden. Die Equipe erstritt sie sich erst vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas.

Mittlerweile ist die Mannschaft von Geldgeber Igor Makarow händeringend um ein besseres Image bemüht, was nicht zuletzt an der Gesamtlage des russischen Sports liegt. Mit Alpecin als westlichem Sponsor soll das ramponierte Vertrauen offenbar aufpoliert werden.

Deshalb gilt die Trennung des einstigen Armstrong-Helfers Wjatscheslaw Jekimow als Teammanager als beschlossene Sache. Der Portugiese Jose Azevedo soll künftig das Sagen in sportlichen Belangen haben, auch er war allerdings einst Bestandteil eines Armstrongs-Teams.

Tony Martin, der heute im WM-Zeitfahren antritt und vom vierten Titel träumt, glaubt an einen Wandel im Team Katjuscha. „Ich bin felsenfest davon überzeugt, das Team wird sich im nächsten Jahr ändern. Wenn ich davon nicht überzeugt gewesen wäre, hätte ich das nicht gemacht“, betonte Martin.