Liverpool

Nach einem Jahr liegt Klopp ganz England zu Füßen

FC Liverpool träumt dank des Deutschen wieder von Titeln

Liverpool. Jürgen Klopp hat keinen Bock auf Party. „Hoffentlich bringt mir keiner Kuchen vorbei“, sagt der 49-Jährige. Dabei hätte „Jurgen“, wie sie ihn in England nennen, allen Grund, es sich am Wochenende gemütlich zu machen. Vor einem Jahr (8. Oktober) hat „The Normal One“ den FC Liverpool übernommen und mit Heavy-Metal-Fußball die Herzen in der Beatles-Stadt erobert. Klopp ist längst Kult in Liverpool. „Es ist ein Jahr. Ich bin ein Jahr älter und der ganze Mist“, sagt Klopp, der an der Merseyside Großes aufbauen will: „Ich bin nicht hier, um ein Jahr zu bleiben, sondern hoffentlich für eine lange Zeit.“

Mit Klopp kam die Hoffnung zurück nach Liverpool. Der Dortmunder Meister-Trainer lebt auch bei den „Reds“ Leidenschaft und den unbedingten Willen nach Erfolg vor. Das Mentalitätsmonster führte beim taumelnden Traditionsklub aggressives Pressing ein, kein Team in der Premier League schoss in den vergangenen 365 Tagen mehr Tore (71). Als Klopp ankam, lag Liverpool auf Platz zehn, nun sind sie Vierter bei nur zwei Punkten Rückstand auf Pep Guardiolas Manchester City. „Klopp hat es geschafft, dass Liverpool-Fans wieder Spaß daran haben, Liverpool-Fans zu sein“, schrieb das „Liverpool Echo“.

England ist immer noch verzückt vom Deutschen. „Witzig und unterhaltsam“, fand Gary Lineker nach Klopps Besuch in seiner TV-Show. Natürlich wurde ein Pub („Klopp’s Boot Room“) nahe der Anfield Road nach ihm benannt, laut „Telegraph“ gehört er schon zu den Top Ten der mächtigsten Männer im englischen Fußball. Und wenn er in einem Restaurant zu Abend isst, ist es am nächsten Tag ein Hotspot der Stadt.

Dabei seien seine Anfangsmonate „nicht nur voller Sonnenschein“ gewesen, sagt Klopp: „Es gab Zweifel.“ Doch die sind verflogen, nachdem Klopp (Jahresgehalt: 10 Millionen Euro) im Sommer ein Team nach seinen Vorstellungen zusammenstellte. „Seine Organisation und seine Leidenschaft, die Arbeit, die er macht, ist anders als alles, was ich bisher erlebt habe“, sagt Starprofi James Milner: Eine Rückkehr nach Deutschland ist daher vorerst kein Thema. „Zum Leben auf jeden Fall“, sagt Klopp selbst: „Als Trainer weiß ich es nicht.“