Berlin

Ein guter Freund kehrt zurück

Allerdings trägt T.J. Mulock gegen die Eisbären nun das Trikot der Kölner Haie

Berlin. Wenn es im deutschen Eishockey Klassiker gibt, gehören die Partien des EHC Eisbären gegen die Kölner Haie dazu. Weil beide, wie auch an diesem Freitag (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena), zumeist in Spitzenspielen aufeinander treffen. Köln ist Tabellenzweiter, die Berliner mit einem Spiel mehr als die Haie punktgleich Dritter. Zusätzliches Feuer dürfte ein kurzer Blick zurück bringen. Das letzte Aufeinandertreffen endete für den EHC mit dem bitteren Aus im Play-off, als die Haie in Berlin mit einem Sieg im entscheidenden Spiel des Viertelfinales die Saison der Eisbären beendeten.

Von einer offenen Rechnung will im Berliner Team dennoch keiner sprechen. Man habe mit dem jähen Ende „zwar noch lange zu tun gehabt“, sagt Kapitän André Rankel. „Jetzt aber geht der Blick nur noch nach vorn.“ Zudem bleibe keine Zeit, sich mit Vergangenem zu befassen, ergänzt Uwe Krupp. Mit Köln komme die „derzeit statistisch beste Mannschaft der Liga“, und es gehe darum, „unser bestes Spiel zu spielen. Drei Punkte werden vergeben, wir werden versuchen, so viele wie möglich davon zu gewinnen“. Ein „solides Spiel“ erwartet der Eisbären-Trainer. Im Spiel Fünf gegen Fünf sieht er sein Team bereits als „eines der besten der DEL, unsere größte Baustelle ist das Spiel in Unterzahl. Aber da wird dran gearbeitet“.

Die Haie sieht Krupp noch stärker als vergangene Saison. Sie seien zwar „nach wie vor auf eine gute Defensive bedacht, jetzt aber tiefer aufgestellt“. Noch mal nachgelegt habe Köln, gute Spieler geholt. Zu denen sicher T.J. Mulock zählt, der in den sieben Jahren zuvor in einer Reihe mit Rankel für den EHC stürmte, in 323 Spielen 96 Tore erzielte und 169 Vorlagen gab. „Ich freue mich, ihn wiederzusehen und wünsche ihm alles Gute in Köln“, sagt der EHC-Kapitän. „Ein guter Freund“ sei Mulock immer noch, das ließe sich für 60 Minuten aber ausblenden.

Ein gute Nachricht zuletzt: Florian Busch trainierte am Donnerstag nach seiner Knieprellung voll mit, Krupp wird also bis auf Marc Noebels voraussichtlich der gesamte Kader für den Klassiker zur Verfügung stehen. Was auch danach hilfreich wäre. Bereits am Sonntag empfangen die Eisbären die Krefelder Pinguine (14 Uhr), am Dienstag treten sie in der Champions Hockey League im Rückspiel beim EV Zug an.