Handball

Füchse kassieren gegen Kiel erste Saisonniederlage

Die Füchse verlieren klar gegen Rekordmeister Kiel. Auch der starke Keeper Heinevetter kann die erste Saisonniederlage nicht verhindern

Nicht zu stoppen: Kiels Marko Vujin (r.) beim Torwurf

Nicht zu stoppen: Kiels Marko Vujin (r.) beim Torwurf

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Berlin.  Fabian Wiede rieb sich immer wieder die Stirn. Nervös saß er hinter der Bank. Wegen einer Schulterverletzung konnte der Handball-Nationalspieler nicht eingreifen in die Partie zwischen den Füchsen Berlin und dem THW Kiel. Die Abwesenheit des starken Linkshänders machte sich vor allem im Angriffsspiel deutlich bemerkbar und war mit ausschlaggebend für die erste Saisonniederlage. Vor 8754 Zuschauern verloren die Füchse am Mittwochabend 18:26 (7:13) und gaben damit auch die Tabellenführung vorerst an den Rekordmeister ab. „Das war heute nicht unser Tag“, sagte Kresimir Kozina, der mit einer weißen Weste gegen den THW in das Spiel gegangen war. Jetzt hat auch er eine Niederlage gegen den neuen Tabellenführer in seiner Statistik. „Fabi und Kent Tönnesen haben uns gefehlt“, sagte er.

Keeper Heinevetter hält Pausenrückstand in Grenzen

Ohne Linkshänder starteten die Füchse mit Drago Vukovic, Petar Nenadic und Paul Drux im Rückraum und lagen schnell 0:4 zurück (7. Minute). Doch auch Christoph Reißky und Steffen Fäth, die Füchse-Trainer Erlingur Richardsson eine Minute später brachte, konnten den Ausfall nicht kompensieren. „Christoph hat sein Bestes gegeben, aber das war sein drittes Bundesligaspiel, man darf nicht zu viel erwarten“, sagte Kozina.

Das schwere Auswärtsspiel gegen Hannover-Burgdorf steckte den Füchsen noch in den Knochen, doch auch die Kieler hatten am Sonntag noch gegen Barcelona in der Champions League gespielt. „Das kann keine Ausrede sein“, sagte Kozina. Die Abwehr stand wie im bisherigen Saisonverlauf sehr gut mit einem starken Silvio Heinevetter im Tor, der dafür sorgte, dass dem Rekordmeister vier Minuten lang kein Treffer gelang. So konnten sich die Füchse wieder auf ein Tor herankämpfen (5:6/16.), durch technische Fehler, Zeitstrafen und einen uninspirierten Auftritt im Rückraum machten sie sich ihr Werk aber gleich wieder zunichte. Elf Minuten blieben sie ohne Tor und gewährten den Kielern damit einen Vorsprung von sechs Toren zur Halbzeit (7:13). „Wir haben das Spiel in der ersten Hälfte verloren“, sagte Fäth. Nur zwei Tore aus dem Rückraum gelangen in den ersten 30 Minuten. „Das ist einfach zu wenig“, ärgerte sich Fäth.

Durchstarten in der zweiten Hälfte

In die zweite Hälfte starteten die Füchse wie ausgewechselt. Innerhalb von zehn Minuten gelangen sechs Treffer, besonders Fäth tat sich durch zwei Tore und zwei famose Kreisanspiele hervor. Am Ende war er mit vier Treffern gemeinsam mit Mattias Zachrisson bester Werfer der Berliner. Auf mehr als drei Tore kamen die Füchse aber nicht an die Gäste heran (13:16/40.). Dafür agierte Kiel sowohl in der Abwehr, als auch mit Niklas Landin und später Andreas Wolff im Tor zu stark. Gemeinsam brachten es die Schlussmänner auf 16 Paraden. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, sagte THW-Trainer Alfred Gislason.

Offensiv stellte vor allem Mykola Bilyk (fünf Tore) die eigentlich gute Füchse-Abwehr mehrfach vor unlösbare Aufgaben. „Das ist ja nicht normal, dass ein 19-Jähriger aus Österreich in die Liga kommt und immer wieder bester Werfer wird“, freute sich Gislason, der das jüngste THW-Team seit langem betreut.

Am Ende war es ausgerechnet der hochdekorierte Gäste-Trainer, der sein Verständnis für die Füchse kundtat: „Wir haben auch unseren einzigen Bundesligapunkt bislang verloren, nachdem wir nur einen Tag Pause hatten, und mir war klar, dass es ein große Verlust für die Füchse ist, ohne Wiede zu spielen“, sagte er. Mit 12:2 Punkten stehen die Teams nun gleichauf in der Bundesliga-Tabelle. „Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, mit den Punkten aber schon“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Jetzt liegt der Fokus auf dem EHF-Pokal-Spiel gegen Chambéry Savoie am Sonntag.