Boxen

Tyson Fury gibt Kokain-Missbrauch zu und will getötet werden

Der britische Box-Weltmeister beichtet in einem Interview schwere psychische Probleme. Das Lager von Wladimir Klitschko ist genervt.

Gewährt tiefen Einblick in seine Abgründe: Klitschko-Bezwinger Tyson Fury

Gewährt tiefen Einblick in seine Abgründe: Klitschko-Bezwinger Tyson Fury

Foto: Lukas Schulze / dpa

Berlin.  Profibox-Weltmeister Tyson Fury hat die Einnahme von Kokain und große psychische Probleme eingeräumt. „Ich habe in meinem Leben eine Menge Dinge getan, ich habe auch viel Kokain zu mir genommen. Warum sollte ich auch kein Kokain nehmen? Es ist doch mein Leben, oder nicht?“, sagte der tief gefallene Schwergewichts-Champion dem „Rolling Stone“.

Der 28 Jahre alte Brite, der den geplanten Rückkampf mit dem Ukrainer Wladimir Klitschko zweimal platzen ließ, sprach zudem erstaunlich offen über seine Depressionen und gab Selbstmordgedanken zu. „Ich will nicht mehr aufwachen. Ich hoffe jeden Tag, dass ich sterbe. Und das ist eine schlimme Sache, wenn man drei Kinder und eine tolle Frau hat, oder?“, sagte Fury, der sich nach eigenen Angaben zurzeit im Krankenhaus in psychiatrischer Behandlung befindet.

Seine Religion untersage ihm jedoch den Suizid, so Fury: „Ich hoffe, dass mich jemand umbringt, bevor ich mich selbst töte. Sonst müsste ich auf Ewigkeit in die Hölle.“

Verlust aller WM-Titel droht

Seine Sportkarriere dürfte spätestens mit dem Kokain-Geständnis vorerst beendet sein. Zuvor war berichtet worden, dass Fury am 22. September in Lancaster/England bei einer Trainingskontrolle positiv auf die Substanz Benzoylecgonine getestet worden war, was ein klarer Hinweis auf Kokain ist. Eine entsprechende Nachricht soll die Voluntary Anti-Doping Association (Vada), die internationale Top-Kämpfe überwacht, an die Box-Weltverbände verschickt haben.

Sollte sich das Ergebnis der A-Probe bestätigen, droht Fury der Verlust aller WM-Gürtel. Bereits im Juli waren Dopinggerüchte um Fury aufgekommen. Er soll bereits vor seinem WM-Sieg gegen Klitschko im November 2015 positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet worden sein. Die erst deutlich später erfolgte Sperre wurde von der britischen Anti-Doping-Agentur Ukad bis zur Anhörung am 4. November ausgesetzt.

Widersprüchliche Tweets

Im Klitschko-Lager reagiert man zunehmend genervt auf die Nachrichten rund um Fury. „Ich finde es absolut schädlich, dass die Schlagzeilen nicht von denjenigen beherrscht werden, die im Ring gute Leistungen zeigen, sondern von einem, der – warum auch immer – sein Leben nicht im Griff hat“, sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte.

Am Montag hatte Fury über die Sozialen Medien für Aufsehen gesorgt, als er zunächst in einem mit Beschimpfungen überladenen Tweet seinen Rücktritt angekündigt hatte und diesen wenig später wieder zurücknahm.