Bremen

Flüchtling Manneh lebt in Bremen seinen Traum

Bremen. Ousman Manneh saß auf der Auswechselbank des Blumenthaler SV und musste sich selbst kneifen. „Ich wollte immer in der Bundesliga spielen“, sagte der 19 Jahre alte Profi von Werder Bremen, ein schüchternes Lächeln huschte über sein Gesicht.

Nur zwei Jahre nach seiner Flucht schaffte der Mann aus Gambia den Sprung in die deutsche Topliga - und will nun richtig durchstarten. „Mein Traum ist es, jetzt ein richtiger Torjäger wie Lewandowski oder Aubameyang zu werden“, sagte der eigentlich zurückhaltende junge Mann zu werder.de, als er seiner ersten sportlichen Heimat in Bremens Norden einen Besuch abstattete. Am Sonnabend in Darmstadt (15.30 Uhr, Sky) könnte Manneh zum dritten Mal in Serie in der Startelf der Grün-Weißen stehen. „Er hat viele Argumente geliefert“, sagte Interimstrainer Alexander Nouri, der Punkte für eine Daueranstellung als Chefcoach sammeln will.

Dabei setzt er auch auf Manneh, der eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht hat. 2014 landete der Stürmer in Deutschland. Vor der Diktatur in Gambia mit Terror, Gewalt und Korruption geflohen, zeigte sich beim BSV schnell sein großes Talent. Einen Tag nach seinem 18. Geburtstag unterschrieb er im März 2015 seinen ersten Vertrag bei Werder Bremen - von da an war Nouri fast immer an seiner Seite.

Als der Coach dann vor eineinhalb Wochen nach der Trennung von Viktor Skripnik zu den Profis aufstieg, schaffte auch Manneh den großen Sprung. Bei der unglücklichen Niederlage gegen Mainz 05 (1:2) und dem Last-Minute-Sieg gegen Wolfsburg (2:1) stand der 1,89-Meter-Schlaks jeweils in der Startelf, bewies taktische Disziplin und jede Menge Potenzial.

„Die Idee war, dass er dem Gegner vorne Stress bereiten sollte. Das hat er sehr gut gemacht“, sagte Nouri. Wie Kapitän Clemens Fritz würde Manneh eine dauerhafte Lösung mit Nouri an der Spitze des Profi-Staffs sicher befürworten. Doch Sportchef Frank Baumann lässt sich bei seiner Entscheidung zur Skripnik-Nachfolge weiter viel Zeit.