Bremen

Interimscoach Nouri siegt, doch Werder lockt Gisdol

Bremen. Werder Bremens Interimstrainer Alexander Nouri hat mit dem Last-Minute-Sieg gegen den erschreckend schwachen VfL Wolfsburg die ersten drei Punkte dieser Saison eingefahren. Vor 40.153 Zuschauern waren die Bremer nach dem schlechtesten Saisonstart der Klubgeschichte beim 2:1 (0:0) das klar bessere Team und belohnten sich mit den späten Toren von Lennart Thy (85.) und Theodor Gebre Selassie (90.+1). Wolfsburg war durch ein Eigentor von Bremens Robert Bauer (69.) glücklich in Führung gegangen. Die seit vier Spielen sieglosen Wolfsburger stehen mit vier Punkten aus fünf Partien deutlich schlechter da als erhofft, Nationalstürmer Mario Gomez wartet seit 360 Minuten auf sein erstes Saisontor.

Unklar ist, ob Werder weiter auf Nouri setzt. Der Bezahlsender Sky berichtete, die Bremer hätten Markus Gisdol, der auch von Liga-Konkurrent Hamburger SV umworben wird, ein konkretes Job-Angebot gemacht. „Er ist sicher ein Kandidat“, bestätigte­­ ­Werder-Chef Klaus Filbry in Sachen Gisdol. „Wir haben uns mit ihm auseinandergesetzt.“ In jedem Fall vermittelten die Werder-­Profis den Eindruck, dass Nouri die Mannschaft erreicht. Der an der Seitenlinie engagierte Interimscoach beobachtete eine druckvolle Partie von Werder. Gegen die nach dem 1:5 gegen Dortmund verunsicherten Wolfsburger erspielten sich die Bremer gute Möglichkeiten.

Niklas Moisander (7.), Zlatko Junuzovic (27.) per Freistoß, Gebre Selassie (39.), Serge Gnabry (58.) und Izet Hajrovic (77.) verpassten die mögliche Führung. Auch ohne den kurzfristig ausgefallenen Innenverteidiger Lamine Sané stand Werder defensiv gegen die biederen Gäste sicher. Beim Champions-League-Aspiranten aus Wolfsburg liefen die Taktik-Kniffe ins Leere.

VfL-Trainer Dieter Hecking sagte: „Das war von der ersten bis zur 90. Minute keine Leistung. Das gibt deutliche Worte.“ Werders Nouri sagte: „Ich bin dankbar für die Emotionen, die ich erleben darf, für die Arbeit mit den Jungs. Ich mache mir keine Gedanken, wie es weitergeht. Ich bin nicht so wichtig.“