Behindertensport

Das müssen Sie alles zu den Paralympics wissen

Alle Fakten zum Großereignis der Behindertensportler in Rio: Von Ticketpreisen über Fernsehübertragungen bis zu Schadensklassen.

Algerische Rollstuhlbasketballerinnen beim Training vor Beginn der Paralympics

Algerische Rollstuhlbasketballerinnen beim Training vor Beginn der Paralympics

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Berlin.  Bis zum 18. September treten in Rio de Janeiro die besten Behindertensportler der Welt bei den Paralympics an. Heute Abend (23 Uhr, ZDF) steigt die Eröffnungsfeier im legendären Maracana. Die wichtigsten Fakten.

Stars: Gesucht wird ein Nachfolger von Oscar Pistorius. Der Leverkusener David Behre hat den südafrikanischen Sprinter als Vorbild - und könnte in dessen Fußstapfen treten. Neben dem italienischen Ex-Formel-1-Piloten Alex Zanardi (49), der im Handbike startet, und Heinrich Popow (siehe Interview links) ist Markus Rehm (28) bekanntester Athlet. Der Weitspringer trägt bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne.

Zahlen: 4350 Sportler, 170 Länder, 22 Sportarten, 528 Entscheidungen, 155 deutsche Athleten. Zum zweiten Mal in der Geschichte (nach Sotschi 2014) erhalten deutsche Medaillengewinner die gleichen Prämien wie ihre nicht behinderten Kollegen: 20.000 Euro für Gold, 15.000 für Silber, 10.000 für Bronze.

Fernsehen: Das Erste sendet wie schon bei Olympia im täglichen Wechsel mit dem ZDF aus dem gläsernen Studio im Olympia-Park. 75 Stunden wollen die Sender von den Wettkämpfen zeigen, meist ab 22.45 Uhr live. Dazu gibt es Zusammenfassungen: Im ZDF von 9 Uhr bis 10.30 Uhr, in der ARD ab 16.05 Uhr.

Nachfrage: Am Montag verkündete das Internationale Paralympische Komitee (IPC), dass mehr als 1,5 Millionen Tickets umgesetzt wurden. 2,5 Millionen stehen zur Verfügung. Die günstigsten Karten kosten umgerechnet 2,75 Euro.

Skandale: Das IPC hat mit dem Komplett-Ausschluss russischer Athleten wegen Staatsdopings ein deutliches Zeichen gesetzt. Vor 16 Jahren gab es in Sydney einen Eklat, als aufflog, dass zehn der zwölf eingesetzten Mitglieder des spanischen Basketball-Teams gar keine Behinderung hatten. Die Goldmedaillen wurden wieder einkassiert.

Klassifizierung: Es gibt in jeder Disziplin verschiedene Klassen. Die Athleten werden nach Art und Schwere ihrer Behinderung eingeordnet – das führt zu Unmut. Der deutsche Paralympics-Bahnradsieger Michael Teubert sagt: „Es fahren Äpfel gegen Birnen, das ist Klassifizierungs-Absurdistan.“ So gibt es Klassen für Kleinwüchsige (Männer unter 1,45 m, Frauen unter 1,37 m) oder für Amputierte, denen mindestens ein Hauptgelenk in einem Glied fehlt.

Name: Paralympics setzt sich aus den Wörtern Para (griechisch für neben) und Olympics zusammen.