Monza

Monza weckt den Italiener in Rosberg

Mercedes-Pilot liegt nach dem Sieg in Italien nur noch zwei Punkte hinter WM-Spitzenreiter Hamilton

Monza. Nico Rosberg fühlte den Italiener in sich, Sebastian Vettel schwärmte von einem Wahnsinnstag. Beim perfekt herausgefahrenen Formel-1-Premierensieg von WM-Aspirant Rosberg im Mercedes durfte sich auch Ferrari-Star Vettel vor den jubelnden Tifosi wie ein Gewinner fühlen. Allein WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton hatte nach einem verpatzten Start von der Poleposition und dem zweiten Platz beim Großen Preis von Italien wenig Freude. Denn Rosbergs Rückstand in der Fahrerwertung beträgt nur noch zwei Punkte, entsprechend überglücklich war der gebürtige Wiesbadener. „Das ist ein besonderer Tag. Ich habe mich der italienischen Kultur schon immer sehr nahe gefühlt. Das ist wirklich unglaublich“, sagte Rosberg regelrecht berauscht von der einzigartigen Atmosphäre im Autodromo Nazionale di Monza.

Die ganz großen Ovationen gehörten am Sonntag aber dem Dritten Vettel. „Die Unterstützung da draußen war Wahnsinn. Man kann es schwer in Worte fassen“, sagte der Heppenheimer ergriffen, der erstmals nach fünf Rennen wieder auf das Podest fuhr. „Wir durften alle drei einen Wahnsinnstag erleben.“

Force-India-Mann Nico Hülkenberg kam nach seinem hervorragenden vierten Platz vor einer Woche in Belgien diesmal als Zehnter noch in die Punkteränge. Pascal Wehrlein musste seinen Manor wegen eines Defekts auf Anweisung des Kommandostandes in der 28. Runde abstellen. „Für mich hat es sich okay angefühlt, deshalb habe ich nochmal nachgefragt“, berichtete der 21-Jährige. „Man kann da nix machen, wir waren in einer sehr guten Position. Man kann es nicht ändern.“

In den WM-Kampf wird Ferrari nicht mehr eingreifen. Vettel versprach auf dem Podium aber natürlich weiter vollen Einsatz. „Ich bin mir sicher, dass Ferrari zurückkommen wird und kämpfen wird“, versicherte der viermalige Weltmeister. Scuderia-Teamchef Maurizio Arrivabene war von den Ovationen für seinen Star begeistert. „Alle schauen hier auf Sebastian, sie lieben ihn. Das ist fantastisch“, erklärte er.

Die Ausgangslage für Hamilton war ausgezeichnet. Bereits zum fünften Mal sicherte er sich die Poleposition für den Klassiker auf dem schnellsten Kurs im Rennkalender, konnte diesen Vorteil aber nicht nutzen. Der 31-Jährige verpatzte seinen Start wegen zu stark durchdrehender Räder mal wieder und wurde auf den sechsten Platz durchgereicht. Mercedes-Motorsportchef Christian Wolff ärgerte sich in der Box sichtlich. „Der Start war nicht toll, aber es war ein toller Tag für Mercedes“, meinte Hamilton später.

Eine Woche nach seinem Premierenerfolg in Belgien war Rosberg in seinem 199. Grand Prix der große Nutznießer, setzte sich auf dem Vollgas-Kurs an die Spitze und baute unbeeindruckt seine Führung aus.