Transferperiode

Warum Hertha 25 Millionen Euro Erlöse ablehnte

AS Monaco hat für Spielmacher Vladimir Darida geboten, Premier-League-Klub FC Watford wollte Verteidiger John Brooks.

Der Vertrag von Hertha-Spielmacher Vladomir Darida (Nr. 6), hier im DFB-Pokalspiel gegen Regensburg, läuft bis Juni 2019

Der Vertrag von Hertha-Spielmacher Vladomir Darida (Nr. 6), hier im DFB-Pokalspiel gegen Regensburg, läuft bis Juni 2019

Foto: Johannes Simon / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Hertha BSC war in der am Mittwoch beendeten Sommer-Wechselperiode mit schmalem Geldbeutel unterwegs. Ausgaben von 6,5 Millionen Euro standen Einnahmen von knapp fünf Millionen gegenüber. Das war eine bewusste Entscheidung der Chefetage des Bundesligisten. Hertha hätte in diesem Sommer Transfereinnahmen von rund 25 Millionen Euro realisieren können – lehnte aber ab.

Im Juni hat der französische Champions-League-Starter AS Monaco Interesse an Mittelfeldspieler Vladimir Darida (26) bekundet und Hertha zwölf Millionen Euro für den tschechischen Nationalspieler geboten, das meldete der „Kicker“. Im Juli meldete sich ­Premier-League-Klub FC Watford und legte für Innenverteidiger John Brooks (23) eine Offerte von zwölf bis 15 ­Millionen Euro vor.

Preetz bestätigt Interesse

„Ja, es gab Interesse“, bestätigte Hertha-Manager Michael Preetz der Morgenpost. „Aber wir haben uns mit beiden Themen nicht wirklich beschäftigt. Wir sind nicht mal in Verhandlungen eingestiegen.“ Das Hauptaugenmerk bei Hertha liege darauf „die vorhandene Mannschaft zusammenzuhalten und weiter zu entwickeln“, so Preetz.

Grundsätzlich ist Hertha aber natürlich auf Transfererlöse angewiesen. In der gerade zu Ende gegangene Wechselperiode wurde Summen wie noch nie für interessante Spieler gezahlt. Als Beispiel seien erwähnt die 50-Millionen-Ablöse, die Schalke für Leroy Sane (zu Manchester City) erhielt oder die 42 Millionen, die Borussia Dortmund für Henrikh Mkhitaryan von Manchester United ­einstrich. Insgesamt hat die Bundesliga in diesem Sommer die Rekordsumme von 547 Millionen ausgegeben, die englische Premier League investierte für neues Personal 1,41 Milliarden.

Brooks soll für einen Topklub aufgebaut werden

Preetz beschreibt die Hertha-Strategie: „John Brooks ist kein Spieler für einen englischen Mittelklasse-Klub.“ Der US-Nationalspieler, ein Kind der Hertha-Nachwuchsarbeit, soll so stabil und stark werden, dass er ein Kandidat für einen großen Klubs wird. „Dann werden wir Transfereinnahmen realisieren. Das ist auch mit den Spielern so ab­gesprochen“, sagt Preetz.

In dieser Transferperiode hat Hertha auf entsprechende Einnahmen verzichtet. Und in Ermangelung eines weiteren Investors entsprechend nur kleine Ausgaben tätigen können. Es kamen Ondrej Duda (vier Millionen Ablöse von Legia Warschau) und Alexander Esswein (2,5 Mio. vom FC Augsburg), dazu die Leigabe vom FC Liverpool, Allan.

Drei Millionen für Tolga Cigerci

Geld erhielt der Hauptstadt-Klub für Tolga Cigerci (Galatasaray Istanbul/ drei Mio.), Roy Beerens (FC Reading/eine Mio) und Hajime Hosogai (VfB Stuttgart/ 700.000).