Bielefeld

Tag der offenen Tore

In einem verrückten Spiel macht Union in Bielefeld einen Rückstand wett, kann die eigene Führung aber nicht ins Ziel retten und spielt 4:4

Bielefeld. War es die Hitze? Vielleicht der Umstand, dass es sich um ein Spiel der Zweiten Liga handelte? Oder war es einfach nur Wahnsinn? Für alle Beteiligten wird es eine Mischung aus allem gewesen sein, ebenso wie für die 13.604 Zuschauer, die das 4:4 (1:2) des
1. FC Union bei Arminia Bielefeld live im Stadion miterlebt haben.

„Leider haben wir zu viele individuelle Fehler gemacht. Bei drei von vier Gegentoren sind wir selbst im Ballbesitz und verlieren den Ball“, sagte Jens Keller. Der Union-Trainer hatte sein Team nur auf einer Position verändert, Adrian Nikci ersetzte Kenny Prince Redondo auf der linken Seite. Im Mittelpunkt standen jedoch nach mauen 30 Minuten beide Torhüter. Unions Jakob Busk machte gleich bei drei Gegentreffern keine gute Figur. Den Freistoß zum 0:1 durch Sebastian Schuppan ließ der Däne ohne Reaktion passieren (30.). Dass auch die von ihm gestellte Mauer nur halbherzig hochsprang, soll nicht unerwähnt bleiben. Beim 1:2 griff er am Pass von Christoph Hemlein auf Torschütze Fabian Klos vorbei (42.), und beim 1:3 durch den verunglückten Schuss von Hemlein verschätzte sich Busk offensichtlich. Die Bogenlampe über ihn hinweg nach Hemleins Aufsetzer wähnte er über dem Tor, tatsächlich fiel der Ball ohne Abwehrversuch hinter Busk über die Linie. Dass Union zwischendurch den Ausgleich durch Stephan Fürstner bejubeln konnte, lag am Aussetzer von Arminia-Schlussmann Wolfgang Hesl. „Das passiert einmal in fünf Jahren, heute war der Tag“, sagte Hesl, der einen eher harmlosen Schuss durch die Arme rutschen ließ (37.).

Und es wurde noch verrückter. Steven Skrzybski stahl sich bei einem Freistoß an das rechte Strafraum-Eck, bekam den Freistoß von Felix Kroos zugespielt und schoss ins lange Eck, 2:3 (66.). Zwei Minuten später hämmerte Collin Quaner den Ball in Wembley-Manier unter die Latte, von wo er hinter die Linie fiel – der Ausgleich (68.). Schließlich zeigte Skrzybski Torjäger-Qualitäten und überlupfte – wenn auch aus Abseitsposition – zunächst Hesl, bevor er das 4:3 köpfte (80.).

Den Tag der offenen Tore beendete David Ulm zum 4:4 (84.) – nachdem Schiedsrichter Timo Gerach (Landau-Queichheim) einem Pass von Kroos im Weg gestanden hatte. „Gerade bei dem Wetter so einen Rückstand aufzuholen, kostet unheimlich viel Kraft. Deshalb können wir nicht zufrieden sein“, sagte der Union-Kapitän. Zumal der eingewechselte Redondo sogar noch das 5:4 auf dem Fuß hatte (87.).

Köpenicker haben Interesse am Schweden Simon Hedlung

Gut möglich ist, dass sich auf Unions Außenbahn noch etwas tun wird. Denn wie die schwedische Zeitung „Aftonbladet“ berichtet, haben die Köpenicker offenbar die Angel nach Simon Hedlund ausgeworfen. Der 23-jährige Offensivspieler von Elfsborg Boras, für den Union eine Million Euro zu zahlen bereit sein soll, wäre ein Mann für die rechte Seite. Union habe den Schweden schon öfter beobachtet.