rio de Janeiro

Ohne Happy End in den Ruhestand

Hammerwerferin Betty Heidler verpasst in ihrem letzten Wettkampf auf olympischer Bühne die Bronzemedaille. Polin Wlodarczyk wirft Weltrekord

rio de Janeiro. Betty Heidler packte mit versteinerter Miene ihre Tasche und verließ für immer die olympische Bühne: „Miss Hammerwurf“ hat in ihrem letzten großen Finale eine Medaille knapp verpasst und bei der Weltrekord-Show der Polin Anita Wlodarczyk in Rio Platz vier belegt. Die Weltmeisterin von 2007, die im letzten Durchgang vom Bronzerang verdrängt wurde, geht damit ohne Happy End in den sportlichen Ruhestand.

„Ich bin nicht unglücklich, aber ich könnte glücklicher sein“, sagte die Berlinerin, nachdem sie den Wettkampf kurz hatte sacken lassen: „Damit schließt sich der Kreis – ein vierter Platz 2004 in Athen, ein vierter Platz in Rio. Ich bin stolz darauf, was ich heute geschafft habe, es war kein leichter Wettkampf.“

Heidler kam am Montag bei brütender Hitze nicht über 73,71 Meter hinaus und blieb damit mehr als zwei Meter hinter ihrer Saisonbestleistung zurück. Zur zweiten Olympia-Medaille nach Bronze in London fehlten der 32-Jährigen 83 Zentimeter.

Die neue Olympiasiegerin Wlodarczyk warf im dritten Versuch 82,29 Meter und blieb damit deutlich über der alten Marke (81,08), die sie am 1. August 2015 in Cetniewo aufgestellt hatte. Damals hatte sie als erste Frau die 80-Meter-Marke übertroffen. Wlodarczyk, die im 29. Wettkampf in Serie ungeschlagen blieb, hatte bereits über die polnische Presse angekündigt, dass sie in Rio neue Maßstäbe setzen werde.

Mit deutlichem Rückstand sicherte sich die Chinesin Zhang Wenxiu (76,19) hinter Wlodarczk Silber, Bronze ging an die Britin Sophie Hitchon (74,54). Heidler hatte sich nach ganz schwachem Start im fünften Durchgang auf Platz drei vorgeschoben – doch dann konterte Hitchon. „Es ist nicht schön, im letzten Durchgang überholt zu werden. Aber ich hätte ja auch vorher einfach weiter werfen können“, sagte Heidler. Über ein Jahrzehnt verkörperte Heidler ihren Sport in Deutschland, sie warf Weltrekord, wurde Weltmeisterin und sorgte stets für Drama. Ihre Nerven spielten der Berlinerin oft einen Streich. Unvergessen bleibt der Gewinn von Olympia-Bronze in London vor vier Jahren, als ihr Wurf aufgrund eines Softwarefehlers, ausgelöst von einem verwirrten Kampfrichter, zunächst nicht in die Ergebnisliste aufgenommen wurde. Nun beendet Heidler ihre Karriere: Nach einem allerletzten Wettkampf auf Borkum ist Schluss. „Es gibt noch so viele andere schöne Dinge“, sagte Heidler.

Krause läuft deutschen Rekord über 3000 Meter Hindernis

Europameisterin Gesa Felicitas Krause (Frankfurt/M.) hat derweil trotz eines deutschen Rekords eine Medaille über 3000 Meter Hindernis verpasst. Beim Gold-Triumph von Ruth Chebet aus Bahrain (8:59:75 Minuten) lief die 24-Jährige in 9:18:41 Minuten auf Rang sechs und knackte die alte Bestmarke von Antje Möldner-Schmidt (9:18:54) von 2009. Silber gewann Hyvin Kiyeng Jepkemoi (9:07:12/Kanada), Bronze holte Emma Coburn (9:07:63/USA).