Saisonvorbereitung

Hertha sucht einen Stimmungsaufheller

Bei Hertha ist die Atmosphäre angespannt vor der Generalprobe im Jahnsportpark gegen den italienischen Vizemeister SSC Neapel

Trainer Pal Dardai ist nicht zufrieden mit dem, was seine Profis zuletzt geboten haben

Trainer Pal Dardai ist nicht zufrieden mit dem, was seine Profis zuletzt geboten haben

Foto: dpa Picture-Alliance / City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Berlin.  Die Probleme des SSC ­Neapel hätte Pal Dardai gern. Der italienische Vizemeister lehnte gerade ein Angebot für Verteidiger Kalidou Koulibaly ab. Die 49 Millionen Euro, die der FC Chelsea für den Senegalesen bot, sind Neapel zu wenig. Da auch der FC Arsenal und der FC Everton interessiert sind, dürfte an diesem Samstag im Jahnsportpark eine der letzten Gelegenheiten bestehen, Koulibaly im SSC-Trikot zu sehen, wenn Hertha BSC Neapel zum Testspiel empfängt (18 Uhr/Sport 1 live).

Neapel ist finanziell nicht in der Klemme. 90 Millionen Euro hat der Klub erhalten für den Wechsel von Torjäger Gonzalo Higuain zu Juventus Turin. Als Nachfolger hat Neapel ­Stürmer Arkadiusz Milik von Ajax Amsterdam für 35 Millionen verpflichtet.

Allan spielt 45 Minuten, Duda fehlt

Summen, bei denen Pal Dardai schwindelig werden dürfte. Im Test gegen den Champions-League-Starter aus Italien kann Hertha nur einen Neuen aufbieten: den Brasilianer Allan, die 19-jährige Leihgabe vom FC Liverpool. Ondrej Duda, der Neue von Legia Warschau muss wegen Knieproblemen kürzer treten. Überhaupt ist die Stimmung nach dem Aus in der Qualifikation zur Europa League gegen Bröndby (1:0/1:3) angespannt.

Trainer Dardai sagt: „Da wir in der Europa League ausgeschieden sind und hier nicht sechs Neue auf dem Platz stehen, werden wir den Konkurrenzkampf erhöhen. Gegen Neapel wird der eine oder andere Spieler die Chance bekommen, sich zu zeigen.“

Weiser muss individuell nacharbeiten

Valentin Stocker dürfte eine Chance erhalten, auch Niklas Stark, Jens Hegeler und Sami Allagui. Hinten dran ist Mitchell Weiser. Der U21-Nationalspieler trainiert überwiegend individuell mit Herthas Fitnesstrainern. Der Chefcoach lässt durchblicken, dass er nicht zufrieden ist.

„Wir tun alles, damit Mitch bis zum Bundesligastart in Spielform ist.“ Weiser wird bei der Generalprobe gegen Neapel fehlen. Und wohl auch beim Erstrundenspiel im DFB-Pokal bei Jahn Regensburg am 21. August.

Neapel kommt „mit dem besten 10er der Welt“

Ein Herthaner freut sich besonders. „Das Spiel gegen Neapel ist sehr wichtig für uns. Es ist unsere Generalprobe, bei der wir uns gut präsentieren wollen“, sagt Peter Pekarik. Der Rechtsverteidiger aus Slowakei trifft auf seinen Nationalteam-Kollegen ­Marek Hamsik. Der ist Kapitän des SSC Neapel und hat gerade seinen Vertrag bis 2020 verlängert. „Marek ist ein absoluter Topmann – nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch als Mensch“, sagt Pekarik. „In Neapel ist er eine Legende, weil er schon ewig da ist. Die Leute lieben ihn. Er ist für mich der beste Zehner der Welt.“

Überhaupt zählt Neapel zu einem der interessanten Vereine der kommenden Champions-League-Saison, wenn man den Kreis der Überklubs von Real Madrid, FC Barcelona und FC Bayern mal verlässt. Das Team von Trainer Maurizio Sarri ist gespickt mit Nationalspielern wie dem brasilianischen Torwart Rafael, dem Italiener Lorenzo Insigne, dem Spanier Jose Callejon oder dem Belgier Dries ­Mertens. Neben Hamsik steht auch der neue Stürmerstar aus Polen, Milik, im ­SSC-Aufgebot.

Manager Preetz verspricht Zugänge bei Hertha

Nach dem Schock von Bröndby sowie der bisher fehlenden Blutauffrischung im Kader könnte Hertha die Partie gegen Neapel als Stimmungsaufheller brauchen. Dem entgegen steht die gute Frühform, in der sich der SSC bisher zeigt. In Italien startet die Serie A ­bereits am 20./21. August. Neapel hat den OSC Nizza mit seinem neuen Trainer Lucien Favre mit 3:0 bezwungen. Gegen den AS Monaco gab es einen 5:0-Heimsieg. Immerhin: Hertha-Manager Michael Preetz hat auf einer Präsidiumssitzung in dieser Woche in ­Aussicht gestellt, dass es im Kader des Hauptstadt-Klubs bis zum Ende der Wechselfrist am 31. August noch ­einige ­Bewegung geben wird.