Berlin

Traben: Holländer Bakker fliegt zum dritten Derby-Sieg

Berlin.  Kurz nach 18 Uhr am Sonntagabend war das 121. Deutsche Traber-Derby auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf Geschichte. Die von den Veranstaltern erhoffte Erfolgsgeschichte mit dem ersten Derby-Sieg eines Berliner Pferd-Fahrer-Paares seit jenem von Gottlieb Jauß 1988 hat es nicht geschrieben. Mitfavorit Fiobano mit Thorsten Tietz im Sulky, der wie die anderen drei Vorlaufsieger als einer der vier Favoriten auf Augenhöhe für das Finale um 275.692 Euro gehandelt wurde, wurde nur Fünfter.

Den Sieg sicherte sich 130:10-Außenseiter Muscle Scott der niederländischen Züchterin C. Schotte von der Blink, die vom 32-jährigen Robin Bakker über den Rechtskurs gesteuert wurde. Orlando Jet, vorab von den über 10.000 Zuschauern auf der Rennahn in den Wetten topfavorisiert, kam nach einem Fehler nochmals auf, aber es reichte für den Österreicher Rudolf Haller nicht mehr zur Topposition. So gingen die 132.846 Euro Siegprämie an Bakker, der sich auf dem Berliner Geläuf ausgesprochen wohl fühlt. Schon 2013 und 2015 wurde er hier Derby-Sieger.

Orlando Jet wurde starker Zweiter (66.432 Euro), der von Tietz trainierte, aber im Derby-Endlauf von Thomas Panschow gefahrene Mr. Shorty wurde Dritter (32.183 Euro) und damit bester Berliner. „Ich freue mich jedes Jahr, hierher zu kommen, 2015 war ich der Favorit und diesmal der Außenseiter. Die Rolle hat Muscle Scott bestens ausgefüllt“, sagte Bakker. Die 10.000 Zuschauer, darunter viele eingefleischte Traber-Fans aus ganz Deutschland und auch den Nachbarländern, boten eine stimmungsvolle Kulisse, wie sie sich Rennbahnbesitzer Ulrich Mommert des Öfteren im Jahresverlauf wünschen würde. Der 75 Jahre alte Unternehmer aus der Autoteileindustrie ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Trabsports, hat als Besitzer, Amateurfahrer, Funktionär nachhaltige Schlagzeilen gemacht. 2005 erwarb er das Areal in Mariendorf und rettete damit den Fortbestand der Rennbahn.

Dass sich dieser Einsatz mit Risiko gelohnt hat, war nun in der erstmals aus acht Renntagen bestehenden Derby-Woche zu besichtigen. Über 60.000 Besucher kamen auf die Bahn. Mommert nimmt es als Anstoß, „unseren Sport wieder mehr nach vorn zu bringen“.