Rio de Janeiro

Steffi Graf schwelgt in Erinnerungen an den Golden Slam

In Seoul besiegte sie 1988 ihre Dauer-Rivalin Sabatini

Rio de Janeiro. Beim Blick über den Olympiapark kommen Steffi Graf unweigerlich die alten Bilder in den Sinn, schlagartig werden die großen olympischen Momente wieder lebendig. „Ja, natürlich. Das ist doch ganz klar“, sagte die deutsche Tennis-Ikone bei ihrem Besuch in Rio de Janeiro: „Ich war bei drei Olympischen Spielen dabei und habe viele lustige, viele gute und interessante Erinnerungen, die da hochkommen.“

Nicht bloß bei Tennisfans hat sich ein Tag besonders ins olympische Gedächtnis eingebrannt hat: Der 1. Oktober 1988. Sommerspiele in Seoul. Graf, damals zarte 19 Jahre alt, liefert eine Gala-Vorstellung, besiegt ihre argentinische Rivalin Gabriela Sabatini im Finale mit 6:3, 6:3 und krönt eine perfekte Saison. Als erster und bislang einziger Tennisprofi gelingt ihr der Golden Slam, bestehend aus Olympia-Gold und allen vier Grand-Slam-Titeln in einer Saison.

Heute, 28 Jahre nach dem Coup von Korea, steht Graf auf einer Dachterrasse mitten in Rio und schaut dem munteren Treiben der brasilianischen Metropole zu. Sie spricht leise und gibt sich bei einem ihrer seltenen öffentlichen Auftritte angenehm bescheiden. „Ich muss zugeben, dass ich nicht so häufig daran denke“, sagt Graf, inzwischen 47 Jahre alt. Ihr Leben habe sich seit ihrer Karriere „stark verändert.“ In Rio denke sie jedoch „gerne“ an jenen legendären Tag zurück.

Dem aktuellen Tenniszirkus ist die 22-malige Grand-Slam-Siegerin nach wie vor verbunden – wenn auch eher als stille Beobachterin. Angelique Kerber, die ihr Auftaktspiel gegen Mariana Duque-Marino (Kolumbien) 6:3, 7:5 gewann und nun auf Eugenie Bouchard (Kanada) trifft, als Weltranglistenzweite hoffnungsvollste deutsche Starterin, traut sie eine Menge zu. „Sie hat ein tolles Jahr hingelegt“, sagt Graf und verweist auf Kerbers Gewinn der Australian Open und den Finaleinzug in Wimbledon. „Ich will ihr nicht zu viel Druck machen, aber ich habe große Hoffnungen auf eine Medaille. Ich werde ihr die Daumen drücken.“ Graf und Kerber verbindet mittlerweile eine lockere Freundschaft – gemeinsam trainieren sie ab und an in Las Vegas. Dort wohnt Steffi Graf seit Jahren mit Ehemann Andre Agassi und den beiden gemeinsamen Kindern. Bei ihrer Stippvisite in Rio freue sich darauf, „die verschiedenen Sportarten zu sehen, die man das ganze Jahr über nicht ganz so häufig sieht“. Unter anderem hat sie Karten für Beachvolleyball an der Copacabana