Rio de Janeiro

Ein Wackler zu viel

Mit Partnerin Punzel verpasst Berliner Wasserspringerin Subschinski eine Medaille nur um wenige Punkte

Rio de Janeiro. „Das war ein bisschen unnötig“, wusste Nora Subschinski nur zu gut. Die Wasserspringerin des Berliner TSC trauerte der verpassten Chance nach, bei ihren vierten und definitiv letzten Olympischen Spielen die erste Medaille zu gewinnen. Doch die zweimalige WM-Dritte vom Turm belegte mit ihrer Partnerin Tina Punzel aus Dresden den siebten Rang im Synchronwettbewerb vom Drei-Meter-Brett. Kein Grund sich zu schämen‚ aber die ersehnte Medaille war nicht unerreichbar. Das wusste sie.

Sicher, die Chinesinnen Tingmao Shi und Minxia Wu schienen nicht von dieser Wasserspringer-Welt zu sein, ihr Eintauchen ins Becken des Aquatic Center Maria Lenk war kaum zu hören. Sie legten fünf hochklassige Sprünge hin. Die Italienerinnen Tania Cagnotto und Francesca Dallape’ freuten sich riesig über Silber, das sie ebenfalls souverän sicherten. Doch der Kampf um Bronze war völlig offen. Was sich schon daran zeigt, dass es am Ende die Australierinnen Maddison Keeney und Annabelle Smith gewannen, die nach zwei Durchgängen noch auf dem achten und damit letzten Rang gelegen hatten. Sie arbeiteten sich nach vorn, lieferten den vermutlich besten Wettkampf ihres Lebens. Subschinski/Punzel gelang er nicht.

Der 28-jährigen Berlinerin unterlief ein Fehler beim zweieinhalbfachen Salto gehechtet rückwärts, der 21-jährigen Dresdnerin beim dreieinhalbfachen vorwärts. Es war das Ende all ihrer Träume. Als die Konkurrentinnen im dritten Sprung Wackler zeigten, konnte das deutsche Duo dies nicht nutzen, sondern wackelte noch stärker. Statt von Platz fünf nach vorn zu rücken, fiel es auf Rang sieben zurück. „Tina ist noch jung, aber für Nora war das eine verschenkte Chance“, fand Chefbundestrainer Lutz Buschkow.

Das sah die Berlinerin nicht anders. „Jede von uns hatte einen kleinen Fehler. Wir haben leider nicht alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte sie traurig, „auch wenn wir natürlich froh sind, zu den acht besten Duos der Welt zu gehören.“ Doch auch sie konnte die Zahlen auf der Videowand lesen. Nicht einmal fünfzehn Punkte betrug der Rückstand auf die Dritten, die ebenso feierten wie die Italienerin Cagnotto, die seit mehr als zehn Jahren zur Weltspitze zählt, zehn WM- und 29 EM-Medaillen ihr eigen nennt, aber nun ihre erste olympische gewann. Nora Subschinski hätte nichts gegen einen ebensolchen Grund zur Freude gehabt.