Olympische Spiele

Berliner Schwimmerin Mardini trägt in Rio Flüchtlingsfahne

Yusra Mardini floh über das Mittelmeer nach Berlin. Nun startet sie in Rio und darf beim Einzug die Fahne des Flüchtlingsteams tragen.

Yusra Mardini trainiert bei den Wasserfreunden Spandau

Yusra Mardini trainiert bei den Wasserfreunden Spandau

Foto: MICHAEL DALDER / REUTERS

2015 flüchtete Yusra Mardini als 18-Jährige gemeinsam mit ihrer Schwester aus ihrer Heimat in Syrien. In der Türkei angekommen, wagten die beiden Schwestern die Überfahrt auf die griechische Insel Lesbos mit einem Schlauchboot. Als der Motor des Bootes ausfiel und dieses zugleich Luft verlor, sprang Mardini gemeinsam mit zwei weiteren Geflüchteten ins Meer und zog das Boot bis ans Ufer, sagte sie der Morgenpost knapp zwei Monate vor Rio. Denn Yusra Mardini ist Schwimmerin und hat es als solche bis zu den Olympischen Spielen nach Rio geschafft.

Mardini wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als eine von zehn Geflüchteten ausgewählt, um bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro dabei zu sein. Diese zehn Menschen werden dabei als Staatenlose antreten und sollen statt ihrer Heimatflagge mit den fünf bunten Olympia-Ringen auf einer weißen Fahne einlaufen. Wie nun bekannt wurde, wird die junge Syrerin die Fahne stellvertretend für das Flüchtlingsteam tragen dürfen.

Bereits seit einigen Monaten trainiert die junge Frau bei den Wasserfreunden Spandau 04 gemeinsam mit ihrem Trainer Sven Spannekrebs. Derzeit liegt die Bestzeit der Syrerin bei 2:11 Minuten im 200 Meter Freistil. Eigentlich liegt die Olympia-Norm bei 2:03. Zwei Jahre konnte Mardini aufgrund des Kriegsgeschehens in ihrer Heimat nicht trainieren - nun hat sie vieles aufzuholen. Obwohl eine Medaille in diesem Fall eher unwahrscheinlich ist, wird Mardini weitertrainieren und weiterhin die Hoffnung verfolgen, eventuell in Tokio 2020 auf dem Siegertreppchen zu stehen.

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