Europa League

Dardai findet das 1:0 gegen Bröndby „besser als ein 2:0“

Herthas Trainer kann mit dem knappen Sieg leben - und schickt Torwart Kraft vorzeitig in die Kabine. Test gegen Eintracht Braunschweig

Hertha-Torjäger Vedad Ibisevic feiert im Jahnsportpark sein spektakuläres Seitfallzieher-Tor gegen Bröndby

Hertha-Torjäger Vedad Ibisevic feiert im Jahnsportpark sein spektakuläres Seitfallzieher-Tor gegen Bröndby

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Vier Etappen muss Hertha überstehen, um das begehrte Ziel zu erreichen, die Gruppenphase in der Europa League. Der erste Schritt, das Heimspiel der dritten Qualifikationsrunde gegen Bröndby IF ist besser gelungen als erwartet. Dank des spektakulären Seitfallziehers von Vedad Ibisevic ­gewannen die Berliner 1:0. „Im Training habe ich solche Tore schon oft ­gemacht, im Spiel selten“, sagte Ibisevic. „Als der Ball kam, wollte ich ihn nur gut treffen. Das das klappt, passiert nicht oft.“

Das Resultat schätzte der Torjäger ähnlich ein wie sein Trainer. Ibisevic sagte: „Wir haben auf ein zweites Tor gespielt. Wichtiger aber war, dass wir kein Gegentor bekommen haben.“ Auch Trainer Pal Dardai kann mit dem knappen Sieg gut leben. „Ein 1:0 ist manchmal besser als ein 2:0. Wenn es zur Pause 2:0 steht, lehnt sich jeder zurück: Das Spiel ist ja gewonnen.“ In der Auseinandersetzung mit Bröndby ist Halbzeit. Donnerstag steht das Rückspiel in Kopenhagen an. Um die Gruppenphase der Europa League zu erreichen, wartet noch ein Hin- und Rückspiel in der Play-off-­Runde (18. und 25. August).

Ibisevic mag die Atmosphäre im Jahnsportpark

Der Abend gegen Bröndby zeigte wieder mal Vor- und Nachteil des in Prenzlauer Berg gelegenen Jahnsportparks. Ibisevic schwärmte von der Atmosphäre: „Es hat wirklich Spaß gemacht. Die Fans waren super. Das Stadion ist ein bisschen Old School - so habe ich Fußball kennengelernt.“

Die Arena, 1952 gebaut und mehrfach renoviert, ist aber nicht mehr zeitgemäß für die modernen Anforderungen. Viele der 18.454 Zuschauer (ausverkauft) mussten sehr, sehr lange vor der Sicherheitsschleuse warten. „Die Polizei hat entschieden, dass der Nordeingang nur von Bröndby-Fans benutzt werden darf. Deshalb mussten vor dem anderen Eingang sehr viele Hertha-Fans warten“, sagte Ingo Schiller aus der Hertha­-Geschäftsführung. Er bedankte sich für die Geduld der Anhänger.

Probleme beim Einlass

Erst unmittelbar vor Anpfiff, als alle Dänen im Gäste-Block waren, hob die Polizei die Sperre auf, so dass zwölf zusätzliche Schleusen für Berliner zur Verfügung standen. Wegen des Andranges fiel der Sicherheits-Check der Besucher nicht so sorgfältig aus wie gewünscht. Das zeigte sich bei den vielen Bengalos, die sowohl bei den Hertha- als auch den Bröndby-Fans gezündet wurden.

Mit dem ersten Pflichtspiel steigt auch die interne Anspannung. Das zeigte sich am Tag nach der Partie beim Training jener Profis, die nicht gegen Bröndby gespielt hatten. Nachdem er im Trainingsspiel mehrfach mit ­Mit­spielern geschimpft hatte, motzte Torwart Thomas Kraft über Gegentore, die er kassiert hatte, die seien jeweils ­abseits gewesen. Trainer Dardai, der ­angekündigt hatte, er werde nicht mehr so freundlich zu seinen Spielern sein, griff ein und schickte Kraft in die Kabine. „Es war angesagt, dass wir ohne Abseits spielen. Die Situation war auch nicht abseits“, sagte Dardai. „Man kann meckern, aber nicht zehn Stunden lang. Dann geh’ rein.“ Kraft traute seinen Ohren. Doch Dardai blieb hart: „Geh’ rein.“

Test gegen Eintracht Braunschweig

Hinterher wollte der Trainer die Angelegenheit nicht so hoch hängen. „So ist das Leben. Ich brauche nicht mit Thomas zu sprechen. Er muss auch nicht mit mir reden. Es ist alles ­gesagt.“

Vor dem Rückspiel in Bröndby am Donnerstag testet die zweite Reihe von Hertha an diesem Sonnabend mit Tolga Cigerci, ­Valentin Stocker, Ronny und Julian Schieber in Salzgitter gegen Eintracht Braunschweig. Im Hertha-Tor im ­Stadion am Salzgittersee wird Thomas Kraft stehen (Anstoß 14.30 Uhr).