München

Klopp inspiriert Wagner zu Revolution in Huddersfield

Der Coach soll den englischen Zweitligisten zum Erfolg führen

München.  Jürgen Klopp ist nicht nur Teammanager des FC Liverpool, er gilt auch als Vater des Gegenpressing. Hohe Laufbereitschaft, schnell attackieren, dann mit Zug zum Tor. Sein bester Freund David Wagner soll mit diesem Modell den englischen Fußball-Zweitligisten Huddersfield Town zu neuen Erfolgen führen. Der Klub verspricht nichts anderes als eine Revolution.

„Huddersfield Town ist zwar ein kleiner Verein, geht aber für englische Verhältnisse ganz neue Wege“, sagte Wagner im Interview bei Spox, „ich fand die Idee wahnsinnig spannend.“ Vergangenes Jahr installierten sie erstmals einen Sportdirektor und fragten dazu den ehemaligen Stürmer, ob er die Idee des Fußballs, den Borussia Dortmund spielt, auch in Englands zweiter Liga durchsetzen kann.

Dieser Weg ist eng verknüpft mit Jürgen Klopp. Beide spielten schon in den Neunzigern zusammen bei Mainz 05, teilten sich ein Zimmer, wurden beste Freunde. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Wagner und lacht. Er wurde Klopps Trauzeuge, Klopp ist Taufpate von Wagners Tochter. Auch fußballerisch sind beide auf einer Wellenlänge. Daher verwunderte es nicht, dass der vier Jahre jüngere Wagner 2011 Dortmunds zweite Mannschaft übernahm, während Klopp Trainer der Profis war.

Im Oktober beendete Klopp seine kurze Schaffenspause und wurde Teammanager des FC Liverpool. Wagner wollte beim BVB bleiben, doch einen Monat später folgte auch er dem Ruf aus England. Erstmals ist er nun Chef an der Seitenlinie. Der erste ausländische Teammanager in 108 Jahren Vereinsgeschichte führte eine zweite Trainingseinheit am Tag ein, lässt das Team vor Auswärtsspielen im Hotel übernachten. In Deutschland gängige Praxis, in Huddersfield unüblich. Mit deutschen Spielern wie Chris Löwe oder dem Ex-Herthaner Elias Kachunga lässt er auch den Klopp’schen Fußball spielen.

Doch Wagner ist nicht nur Trainer, er ist das Gesicht des Klubs. Es prangt auf T-Shirts und auf der Werbung für die neuen Dauerkarten. Der Star ist nicht das Team, sondern der Trainer. Der Hashtag WagnerRevolution ist zum Sinnbild eines Wandels geworden. Wagner verändert, erfindet neu, und der Klub findet es richtig gut. Von seinem besten Freund bekommt er Rückendeckung. Nach einem Testspiel gegen Liverpool sagte Klopp: „Hier wächst etwas zusammen, ich bin von nun an Fan.“