München

Mit einem Hauch von Bundesliga

Viele prominente Klubs bereichern die 3. Liga. Absteiger Paderborn steht unter Druck

München.  So schnell kann’s gehen: Vor nicht einmal zwei Jahren war der SC Paderborn Tabellenführer der Fußball-Bundesliga – am Freitag (20.30 Uhr, WDR) eröffnen die Westfalen beim MSV Duisburg die neunte Spielzeit der 3. Liga. Im Mittelpunkt der Saison wird der SCP aber wohl nicht stehen, stattdessen beleben vor allem die Ostklubs mit ihren vielen Fans die Liga.

An Tradition und Prominenz mangelt es der 3. Liga nicht. In Paderborn, Hansa Rostock, Preußen Münster, Fortuna Köln und dem MSV Duisburg sind fünf ehemalige Bundesligisten am Start. Rot-Weiß Erfurt, der 1. FC Magdeburg, der Chemnitzer FC, der FSV Zwickau und Rostock kommen zudem auf insgesamt acht DDR-Meistertitel.

Auch wenn Zuschauermagnet Dynamo Dresden (27.000 Zuschauer im Schnitt) nicht mehr dabei ist: Das Flair der großen Namen sorgt dafür, dass die Stadien auch in dieser Saison gut gefüllt sein werden. In Duisburg rechnen sie am Abend mit bis zu 20.000 Fans – und in Magdeburg wurden mehr als 9500 Dauerkarten verkauft. Auch das umgebaute Steigerwaldstadion in Erfurt ist ein Highlight der Drittliga-Landkarte.

Wenig euphorisch ist dagegen die Stimmung in Paderborn. „Wir sind gut beraten, die Bälle flach zu halten“, sagte Trainer René Müller, der mit seiner runderneuerten Mannschaft „eine gute Rolle“ spielen will. 21 Spieler haben die Paderborner verlassen, 14 Profis sind dazugekommen. „Der Umbruch“, betont Müller, „war erforderlich.“

Auch die Verantwortlichen von Gegner Duisburg blicken mit Bauchschmerzen auf die neue Saison. Für den Pokalfinalisten von 2011 war der Abstieg aus finanzieller Sicht ein Desaster. Vier Millionen Euro an Fernsehgeldern fehlen, der Entschuldungsprozess musste unterbrochen werden. Eine Saison lang können die Zebras das stemmen, aber „jede weitere Drittliga-Spielzeit wird wirtschaftlich schwerer darstellbar“, sagt Vorstandschef Ingo Wald. Der MSV ist daher zum Aufstieg verdammt. „Dafür müssen wir in jedem Spiel eine große Portion Siegeswillen an den Tag legen“, fordert Sportdirektor Ivica Grlic.

Die Konkurrenz ist allerdings groß. Rostock hat die vergangene Saison mit einer starken Rückrunde abgeschlossen und hielt seinen Kader weitestgehend zusammen, Gleiches gilt für Chemnitz. Auch Holstein Kiel startet wieder mit größeren Ambitionen: Nach dem verpassten Aufstieg in der Relegation 2015 war die vergangene Saison mit Platz 14 eine Enttäuschung. Nun soll es für die Störche ins obere Tabellendrittel gehen.

Für Herthas Pokalgegner zählt nur der Klassenerhalt

Bei den Aufsteigern geht es bescheidener zu, allein der Klassenerhalt zählt. Jahn Regensburg, am 21. August erster Gegner von Hertha BSC im DFB-Pokal, kehrt nach einem Jahr Regionalliga zurück. Jahn-Coach Heiko Herrlich nimmt seine Spieler in die Pflicht. „Vor allem in Sachen Schnelligkeit und Aggressivität müssen wir uns sehr schnell anpassen“, sagt der Ex-Profi, „Fehler werden in der 3. Liga gnadenlos bestraft.“