Straßburg

Handballer noch weit weg von Olympia-Form

Straßburg.  Die deutschen Handballspieler sind zwei Wochen vor Beginn des Olympia-Turniers noch weit von der Medaillenform entfernt. Beim Vier-Nationen-Turnier in Straßburg gewann der Europameister zwar das Duell der Kontinental-Champions gegen Afrikas Titelträger Ägypten mit 30:27 (13:11). Spielerisch aber konnte das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson wie schon bei der 19:25-Niederlage im ­Halbfinale gegen Dänemark nicht überzeugen. Dafür fehlte es den Spielern nach der intensiven Vorbereitung an ­gedanklicher Frische.

Durch den Erfolg belegte die Auswahl des Deutschen Handballbundes Platz drei beim EuroTournoi. Das Finale gewann Gastgeber Frankreich gegen Dänemark mit 29:25 (17:12). Vor rund 4000 Zuschauern warf Uwe Gensheimer acht Tore gegen die Ägypter, die bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro letzter Gruppengegner der deutschen Mannschaft sind. „Wir haben noch einiges zu verbessern“, sagte Gensheimer. Wieder ein wenig versöhnt mit seiner Mannschaft war der Bundestrainer. „Ich bin nicht zufrieden, dass wir gegen Dänemark verloren haben. Das waren zwei Spiele, und ich hätte beide gern gewonnen. Mit dem Sieg gegen Ägypten bin ich zufrieden“, bilanzierte er. „Das ist wie ein Bein im kalten Wasser und ein Bein im warmen Wasser. Ich will immer warmes Wasser.“

In der Offensive tat sich die deutsche Mannschaft mit der aggressiven Abwehr der Nordafrikaner schwer. Zu selten fanden Kapitän Gensheimer und seine Mitspieler geeignete Mittel, um den Riegel zu knacken. Doch auch die Defensive offenbarte Probleme. Allein fünf Tore erzielten die Ägypter in der ersten Halbzeit vom Siebenmeter-Punkt, weil die wuchtigen Angreifer nur mit Fouls zu stoppen waren.

Erst in den letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs fand die DHB-Auswahl durch Kampf ins Spiel. Nach dem 8:11 (22. Minute) drehte der Europameister das Geschehen zum 13:11, nach Wiederanpfiff baute er seinen Vorsprung auf 17:13 aus. Diesen Vorteil gab das Team nicht mehr aus der Hand.

Die noch nicht einsatzfähigen Nachrücker Steffen Fäth und Steffen Weinhold standen zwar nicht auf dem Spielberichtsbogen, machten sich aber überraschend vor dem Spiel mit der Mannschaft warm. Dies nährt die Hoffnung, dass das Rückraum-Duo bis Beginn des olympischen Turniers am 7. August fit werden und für den Fall der Fälle ins Team rücken könnte. Sigurdsson aber wollte noch keine Entwarnung geben: „Es geht in die richtige Richtung. Wir müssen das beobachten.“